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Das Phänomen „Fake News“ und seine Auswirkungen auf demokratische Entscheidungsprozesse wird spätestens seit der US-Präsidentschaftswahl 2016 und dem Brexit-Referendum breit diskutiert. Der Philosoph und Streitforscher David Lanius hat sich eingehend mit „Fake News“ beschäftigt. Wir haben mit ihm über ihre problematische Rolle in sozialen Medien und ihren Einfluss auf die Politik gesprochen – und darüber, was wir Fake News entgegensetzen können. Das Interview führte Lydia Skrabania.
Welche Möglichkeiten haben Kinder und Jugendliche, sich politisch zu beteiligen? Ihre Anliegen zu äußern und dafür Gehör zu finden? Die Kinder- und Jugendwahl U18 ist rein symbolisch und in keiner Weise bindend, trotzdem hat sie Signalkraft. Ein Ortsbesuch bei der U18-Wahlparty im Berliner Bezirk Marzahn-Hellersdorf von Lydia Skrabania.
Weltweit erleben demokratische Systeme zurzeit verschiedene Angriffe. Die entsprechenden Auseinandersetzungen werden unter Schlagworten wie (Rechts-)Populismus oder Identitätspolitik ausgetragen und zeigen sich in vielfältiger Form: von „Cancel Culture“, dem Versuch missliebige Personen aus Debatten auszuschließen, über kulturelle Separation oder Kämpfe um Sprecherpositionen, wer zu welchem Thema berechtigt sei, etwas zu sagen, bis hin zu Gruppenbildungen, die auf angeblich unabänderlichen Wesenskernen beruhen würden. Auch wenn diese Angriffe mit unterschiedlichen Intentionen und Strategien verfolgt werden, ist ihnen gemein, dass sie Selbstverständnisse und Prozesse in Frage stellen und damit demokratische Systeme insgesamt untergraben. Grund genug, sich zu besinnen, welche wesentlichen Grundelemente eine Demokratie ausmachen sollten – und hierzu hat der weltliche Humanismus einiges beizutragen. Von Alexander Bischkopf.
Was gilt es für den Erhalt von Demokratien zu tun?
Democratia, quo vadis? Wie wir unsere Demokratie schützen und pflegen.
In den Humanistischen Kitas Berlin-Brandenburg verbringt ein Kind bis zu seinem Schuleintritt rund 8.000 Stunden – im Bundesdurchschnitt sind es schätzungsweise 7.000 Stunden. Das ist viel Zeit im Leben eines Kindes. Vor allem ist es äußerst wertvolle Zeit, die dazu verleitet, sie sinnvoll nutzen zu wollen. Nur wer bestimmt eigentlich, was Sinn macht? Von Aylin Lenbet.
Ein schweres koloniales Erbe, lähmende religiöse Einflüsse und die Coronapandemie. Von Till Eichenauer.: In Uganda gibt es mehr Probleme als Lösungen. Eine Handvoll humanistischer Schulen bringt Hoffnung in ein Land, in dem Bildung der Schlüssel für eine bessere Zukunft ist.
Wie können wir Sinn von Unsinn unterscheiden? Kann man kritisches Denken lernen? Wie gelingt die Meinungsbildung trotz zunehmender Polarisierung? Mit dem Philosophen, Risikoethiker und Skeptiker Nikil Mukerji haben wir über diese wichtigen Fragen unserer Zeit gesprochen – und darüber, warum es wichtig ist, anderen Menschen zuzuhören (auch wenn sie Unsinn erzählen).
Was können wir dazu beitragen, damit Menschen sich sowohl ihrer selbst, ihrer Lage als auch deren Veränderbarkeit bewusstwerden?
Humanistische Bildung: Herzensbildung und Urteilsfähigkeit
Naturschutz ist das Gebot der Stunde. Dem Schlagwort der „Bewahrung der Schöpfung“ sollte aber ein eigenes, humanistisches Naturverständnis gegenübergestellt werden. Debattenbeitrag von Henrike Lerch.
Fleisch, insbesondere jenes aus Massentierhaltung, ist verantwortlich für Umweltprobleme, Ressourcenverschwendung, Rodungen großer Teile des lebenswichtigen Regenwalds und verursacht hohe CO2- und Methan-Emissionen. Mit dem massenhaften Fleischkonsum sind außerdem gesundheitliche Probleme verknüpft – man denke an den Antibiotikaeinsatz in der Tierproduktion und die damit verbundene Gefahr der Ausbildung resistenter Keime. Nicht zuletzt wollen die meisten von uns Tiere nicht leiden sehen. Das sind längst nicht alle Gründe gegen den Fleischverzehr. Warum also – verdammt nochmal! – essen trotzdem so viele Menschen weiterhin so gern und so viel Fleisch? Armin Pfahl-Traughber hat sich mit dieser Frage eingehend beschäftigt. Wir haben mit ihm gesprochen.
Nora Lasek ist 18 Jahre alt. Vor zehn Jahren nahm sie zum ersten Mal an einer JuHu-Fahrt teil, seitdem ist sie jedes Jahr dabei – inzwischen auch als Teamerin. Seit drei Jahren engagiert sie sich ehrenamtlich bei den Jungen Humanist*innen Berlin und im September 2020 wurde sie in deren Vorstand gewählt. In ihrer Freizeit macht sie Kunst und ist viel in Berlin unterwegs. Nicht zuletzt versucht Nora, ihr eigenes Leben möglichst umwelt- und klimafreundlich zu gestalten. Wir haben mit ihr darüber gesprochen, warum sie den öffentlichen Klimastreik so wichtig findet, was sie von der Politik fordert – und was Klimaschutz mit Humanismus zu tun hat.
Erwin Kress

Liebe Humanist*innen,

seit Anfang des Jahres 2020 ist die Welt eine andere: Die Corona-Pandemie betrifft alle Menschen weltweit. Das Virus kam schlagartig und mit drastischen Folgen. Doch die Menschheit hat es analysiert und Strategien entwickelt, um damit umzugehen. Mit vielerorts erkennbarem Erfolg. Warum gelingt uns dies nicht bei anderen drängenden Problemen?

Das Team der Schwangerschaftskonfliktberatungsstelle in Berlin beschäftigt sich täglich mit Krisen, persönlichen Wendepunkten und existenziellen Entscheidungen. Die Corona-Pandemie und die damit verbundenen Einschränkungen veränderten natürlich auch die Arbeitsbedingungen der Beraterinnen. Diplom-Sozial- und Sexualpädagogin Chris Heike Lau arbeitet seit fast 20 Jahren in der Schwangerschaftskonfliktberatung. Im Interview berichtet sie von ihren Erfahrungen der vergangenen Monate und davon, welche bestehenden Defizite hinsichtlich der sexuellen und reproduktiven Selbstbestimmung von Frauen die Coronakrise sichtbarer gemacht und auch weiter verschärft hat.
Cover diesseits 127; Foto: GoToVan (CC BY 2.0)

Die neue Ausgabe der diesseits widmet sich einem Thema, an dem wir seit einem halben Jahr nicht mehr vorbeikommen: der Corona-Krise und unserem Umgang damit. Was zeigt uns die Krise, über uns, unseren Umgang mit Einschränkungen? Was lehrt sie uns im Umgang mit anderen (globalen) Krisen wie der Klimakrise? Und wie könnten humanistische Interventionen in Krisenzeiten aussehen?

Das Coronavirus beherrscht die Schlagzeilen, seit Wochen und Monaten geht es fast nur um dieses eine Thema. Aber Kriege, Verfolgung, Flucht, soziale Ungerechtigkeiten und die Missachtung und Verletzung von Grund- und Menschenrechten passieren weiterhin in der Welt. Wir dürfen dies nicht ignorieren. Ein Kommentar von Katja Labidi.
Die Corona-Pandemie und andere Krisen stehen bei genauer Betrachtung in einem Bedingungs- und Wirkungszusammenhang. Sie sind auch nicht besonders überraschend. Für Humanisten werden hier große Herausforderungen abgebildet, denn mehr denn je muss humanistische Haltung zu einem humanistisch-ethischen Handeln in ganz praktischem Sinne führen. Ein Plädoyer für einen interventionistischen Humanismus von Rainer Marczinowski.
Erwin Kress

Liebe Humanist*innen,

Alles außer Corona! – so lautet der Titel der aktuellen diesseits-Ausgabe. Denn Corona ist seit Wochen und Monaten überall – und manch eine*r ist des Themas sicher inzwischen überdrüssig. Doch natürlich kommen auch wir nicht an der Pandemie vorbei und müssen uns ihrer annehmen.