Direkt zum Inhalt

Bundestag: Drei von vier Abgeordneten bekennen sich

Druckversion
Einen deutlichen Zuwachs für die Gruppe der konfessionell gebundenen Abgeordneten haben die vergangenen Bundestagswahlen gebracht. Laut einschlägigen Statistiken gehört zwar mehr als ein Drittel der Bevölkerung zu keiner Kirche oder anderen Religionsgemeinschaft. Im Parlament an der Spree spiegeln sich diese Verhältnisse nicht länger wider.
Mittwoch, 9. Oktober 2013

Entsprechende Zahlen hat eine aktuelle Umfrage des Evangelischen Pressedienstes ergeben, wie das Kölner Domradio am Dienstag berichtete. Den Umfrageergebnissen nach bekennen sich gut 70 Prozent bzw. 444 von den insgesamt 630 Abgeordneten zu einem evangelischen oder katholischen Glauben.

In der im September zu Ende gegangenen Legislaturperiode lag der Anteil bei nur 59 Prozent, laut den Angaben des Amtlichen Handbuchs des Deutschen Bundestages. Recherchen der evangelikalen Nachrichtenagentur idea kamen ferner zu dem Ergebnis, dass 14 der 630 Abgeordneten ein theologisches oder religionspädagogisches Studium absolviert haben.

Weniger rosig präsentiert sich die Lage aus atheistischer Sicht: 85 Parlamentarier gaben in der neuen Befragung an konfessionsfrei zu sein, 91 lehnten eine Antwort auf die Frage nach ihrem Bekenntnis ab. Ein historischer Tiefststand, denn damit wären so wenige Angehörige dieser Gruppe im Parlament vertreten wie seit rund einem Vierteljahrhundert nicht mehr.

Noch in der vergangenen Wahlperiode lag der Anteil der Abgeordneten, die sich als konfessionslos bezeichneten oder keine Angabe machten, bei insgesamt 40,5 Prozent – zwölf Prozent mehr als es in den kommenden vier Jahren sein werden.

Eine neue Höchstmarke erreichte hingegen die Zahl der Abgeordneten mit islamischem Bekenntnis, die sich von drei auf acht mehr als verdoppelte. Muslime stellen nach der Wahl nun 1,3 Prozent des Parlaments. Insgesamt gaben somit 72 Prozent aller neugewählten Parlamentarier an, zu einer Konfessionsgemeinschaft zu gehören.