Christian Gottfried Daniel Nees wurde am 14. Februar 1776 auf Schloss Reichenberg bei Reichelsheim im Odenwald in Hessen geboren und starb am 16. März 1858 in Breslau/Schlesien. Er war Mediziner, Botaniker, Embryologe, Naturforscher, Philosoph, Schriftsteller und Abgeordneter der Preußischen Nationalversammlung.
Nach dem Gymnasium in Darmstadt studierte Nees Philosophie und Medizin an der Universität Jena und promovierte 1800 in Gießen. Nees war seit 1802 verheiratet und lebte mit seiner Ehefrau zurückgezogen auf einem Gut in Sickershausen (Unterfranken, Bayern), wo er sich seiner Forschungsarbeit widmete. Nach dem Tod seiner Ehefrau fügte er seinem Familiennamen „von Esenbeck“ hinzu. Nach einer weiteren Ehe mit fünf Kindern, die geschieden wurde, ließ er sich 1830 in Breslau nieder.
Nees war ein vielseitiger Gelehrter, der vor allem als Botaniker, Biologe und Zoologe namhaft war. Er erforschte bedeutende Grundlagen und veröffentlichte zahlreiche naturwissenschaftliche und naturphilosophische Publikationen (u.a. Handbuch der Botanik. Nürnberg 1820/1821; Das System der speculativen Philosophie:Naturphilosophie, Glogau 1841; Die Allgemeine Formenlehre der Natur als Vorschule der Naturgeschichte, 1852; Das Leben in der Religion, Rastenburg 1853).
Im Jahr 1817 wurde Nees Dozent für Botanik an der Universität Erlangen, 1818 als Professor für Naturgeschichte und Botanik an die Universität Bonn berufen und mit mehreren akademischen Titeln geehrt, unter anderem durch die Bayerische Akademie der Wissenschaften.
1845 schloss sich Nees der dissidentischen Bewegung der deutschkatholischen Gemeinde an. Maßgeblicher Initiator dieser Bewegung war der Breslauer Theologe Johannes Ronge (1813–1887), der wegen seiner Kritik am Reliquienkult der katholischen Kirche („Heiliger Rock“ in Trier 1844) suspendiert wurde und daraufhin zur Leitfigur der kirchenkritischen, dissidentischen, freikirchlichen, deutschkatholischen und später freireligiösen Bewegung wurde. Nees war ab 1846 Vorsitzender der großen Breslauer Deutschkatholischen Gemeinde und ein überregional prominentes Mitglied der freireligiösen Bewegung.
Ebenfalls 1846 hatte Nees den „Du-Verein zur Förderung der Verbrüderung aller Stände und Klassen“, einen „Gesundheitspflegeverein“ und eine „Krankenkasse für Arme“ gegründet.
Nees war aktiv an der revolutionären Bewegung 1848/49 beteiligt, gründete u.a. den „Demokratisch-Sozialen Arbeiterverein“ in Breslau und wurde 1848 als einer der Abgeordneten für Breslau in die Preußische Nationalversammlung gewählt, wo er sich der linken Fraktion anschloss. Am 23. August 1848 fungierte er als Präsident des „Berliner Arbeiterkongress“. Als er 1849 den Verband „Arbeiter-Verbrüderung“ unterstützte, wurde er „wegen gefährlicher sozialer Bestrebungen“ aus Berlin ausgewiesen und fortan in Breslau polizeilich überwacht, sowie beruflich suspendiert und sein Gehalt um 50 % reduziert, schließlich 1852 als 76-jähriger Professor ohne Pension entlassen. Er wurde dadurch mittellos und war gezwungen, seine Bibliothek und seine botanische Sammlung zu verkaufen.



