Humanistische Antworten zur Boden-, Bau- und Wohnwende

Wie wollen wir wohnen? Oder: Wem gehört die Stadt?

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Foto: Evelin Frerk

Beitragsbild: Alexander Gluschenko/unsplash

Wohnen ist kein Randthema: Es entscheidet, ob wir unser Leben selbstbestimmt gestalten und innerhalb planetarer Grenzen leben können. Aus humanistischer Perspektive ist Wohnen eine Schlüsselfrage für Würde, Freiheit, Gerechtigkeit und Solidarität. Johannes Schwill diskutiert, warum Humanist*innen sich für eine Boden-, Bau- und Wohnwende stark machen sollten.

Woh­nen ist kein Rand­the­ma. Es ent­schei­det dar­über, ob wir unser Leben selbst­be­stimmt pla­nen kön­nen oder stän­dig am Rand des finan­zi­el­len Abgrunds balan­cie­ren. Und es ent­schei­det mit dar­über, ob wir inner­halb der pla­ne­ta­ren Gren­zen blei­ben – oder wei­ter auf Kos­ten ande­rer Men­schen und Gene­ra­tio­nen leben. Aus huma­nis­ti­scher Per­spek­ti­ve ist Woh­nen damit eine Schlüs­sel­fra­ge: für Wür­de, Frei­heit, Gerech­tig­keit und Soli­da­ri­tät.

Die Poli­tik reagiert mitt­ler­wei­le auf die dra­ma­ti­sche Miet­woh­nungs­knapp­heit, vor allem in den gro­ßen, attrak­ti­ven Städ­ten. Sie tut dies jedoch nur zöger­lich – und vor allem nicht ganz­heit­lich. Im letz­ten Huma­nis­ti­schen Salon haben wir am 1. Febru­ar 2026 dar­über dis­ku­tiert, wie eine Boden‑, Bau‑ und Wohn­wen­de aus­se­hen könn­te, die die Pro­ble­ma­tik kon­se­quent angeht. Auf die Ana­ly­se folg­te die zwei­te Fra­ge des Vor­mit­tags: War­um soll­ten sich Humanist*innen für die­se Wen­den stark machen?

Humanismus heißt: Wohnen als Freiheitsrecht ernst nehmen

Der Vor­trag von Raik‑Michael Meins­hau­sen setz­te bei einem ein­fa­chen Gedan­ken an: Wer kei­ne siche­re, bezahl­ba­re Woh­nung hat, kann sei­ne Frei­heit nur auf dem Papier aus­üben. Job, Bezie­hun­gen, poli­ti­sches Enga­ge­ment – alles wird brü­chig, wenn nicht klar ist, ob man in einem Jahr noch am sel­ben Ort leben kann. Woh­nungs­lo­sig­keit ist des­halb mehr als ein sozia­les Pro­blem: Sie bedeu­tet rea­len Frei­heits­ver­lust.

Huma­nis­mus, so Meins­hau­sen, beginnt bei der Men­schen­wür­de, den uni­ver­sel­len Rech­ten, der Mög­lich­keit zur Selbst­be­stim­mung. Dazu gehört Woh­nen als Vor­aus­set­zung von Auto­no­mie, nicht als Luxus, den man sich „ver­dient“. Humanist*innen beru­fen sich gern auf Wis­sen­schaft­lich­keit und auf­ge­klär­tes Den­ken – also soll­ten wir auch in der Wohn‑ und Stadt­po­li­tik nach Evi­denz fra­gen: Wel­che Instru­men­te hel­fen tat­säch­lich, Armut, Segre­ga­ti­on, Ver­ein­sa­mung und Kli­ma­ri­si­ken zu min­dern? Und wel­che bewir­ken das Gegen­teil?

Gleich­zei­tig erin­nert der Vor­trag an etwas, das in der Woh­nungs­de­bat­te sel­ten vor­kommt: Gemein­gü­ter. Die Nobel­preis­trä­ge­rin Eli­nor Ost­rom hat gezeigt, dass Gemein­schaf­ten Res­sour­cen wie Wei­den, Wäl­der oder Was­ser erfolg­reich und fair gemein­sam ver­wal­ten kön­nen – wenn sie kla­re Regeln, trans­pa­ren­te Ent­schei­dun­gen und loka­le Kon­flikt­lö­sun­gen eta­blie­ren. Die Idee knüpft an die mit­tel­al­ter­li­che All­men­de an, die von den Dorf­be­woh­nern gemein­sam genutz­ten Flä­chen.

Planetare Grenzen und soziale Spaltung treffen sich im Wohnzimmer

Die öko­lo­gi­sche Per­spek­ti­ve schiebt sich dabei unwei­ger­lich in den Vor­der­grund. Der Pri­mär­ener­gie­ver­brauch, die Flä­chen­ver­sie­ge­lung, der Ver­lust von Wäl­dern – all das über­schrei­tet in vie­len Län­dern die „pla­ne­ta­ren Belas­tungs­gren­zen“, die For­schen­de um Johan Rock­ström beschrie­ben haben. Das von Kate Raworth popu­la­ri­sier­te Donut‑Modell macht klar: Zwi­schen sozia­lem Fun­da­ment (u. a. Woh­nen, Ener­gie, Was­ser, poli­ti­sche Teil­ha­be) und öko­lo­gi­scher Ober­gren­ze gibt es einen schma­len, aber rea­len Hand­lungs­raum.

Deutsch­land bewegt sich in vie­len Berei­chen deut­lich über der öko­lo­gi­schen Ober­gren­ze, wäh­rend Län­der wie z. B. Mala­wi nicht ein­mal das sozia­le Fun­da­ment errei­chen. Wir leben so, dass ande­re – heu­te oder mor­gen – den Preis zah­len müs­sen. Für Humanist*innen, die sich auf Gerech­tig­keit und Uni­ver­sa­li­sier­bar­keit ihres Han­delns beru­fen, ist das schwer zu recht­fer­ti­gen.

Das Woh­nen ist hier ein beson­ders wirk­sa­mer Hebel: Gebäu­de ver­brau­chen nicht nur wäh­rend der Nut­zung Ener­gie, son­dern bereits durch die in ihnen ste­cken­de „graue Ener­gie“ von Beton, Stahl und Dämm­stof­fen. Gleich­zei­tig ver­schärft der Woh­nungs­markt sozia­le Kon­flik­te: stei­gen­de Mie­ten, Ver­drän­gung, unglei­che Ver­tei­lung von Wohn­flä­che, „Ghet­to­bil­dung“. Kli­ma­kri­se und sozia­le Spal­tung tref­fen sich sprich­wört­lich im Wohn­zim­mer.

Bodenwende: Boden ist Gemeingut

Wenn man das ernst nimmt, führt an einer Boden­wen­de kein Weg vor­bei. Boden ist knapp, nicht ver­mehr­bar und in Deutsch­land extrem ungleich ver­teilt. Wer ein inner­städ­ti­sches Grund­stück besitzt, erzielt oft enor­me Wert­stei­ge­run­gen – ohne dafür etwas tun zu müs­sen. Das ist leis­tungs­lo­ses Ein­kom­men in Rein­form.

Der frü­he­re Münch­ner Ober­bür­ger­meis­ter Hans‑Jochen Vogel hat dar­aus eine kla­re Kon­se­quenz gezo­gen: Wir brau­chen eine neue Boden­ord­nung; nur dann wird Woh­nen wie­der bezahl­bar. Meins­hau­sen knüpf­te dar­an an und for­mu­lier­te eine zuge­spitz­te huma­nis­ti­sche The­se: Boden ist kein belie­bi­ges Gut wie Autos oder Smart­phones; sei­ne Gemein­wohl­bin­dung ist legi­tim und not­wen­dig.

Die gute Nach­richt: Vie­le Instru­men­te lie­gen bereits auf dem Tisch. Kom­mu­nen kön­nen Erb­bau­rech­te ver­ge­ben, statt Grund­stü­cke zu ver­kau­fen, Vor­kaufs­rech­te nut­zen, Boden­fonds auf­bau­en und Grund­stü­cke nach Kon­zept, nicht nach Höchst­preis ver­ge­ben. Ulm macht das seit über 125 Jah­ren vor: Die Stadt ver­kauft ihr Land nicht, son­dern nutzt es, um Stadt­ent­wick­lung gemein­wohl­ori­en­tiert zu steu­ern. Trans­pa­ren­te Boden‑ und Eigen­tums­ka­tas­ter könn­ten sicht­bar machen, „wem die Stadt gehört“, und Ver­ga­be­kri­te­ri­en öffent­lich dis­ku­tier­bar machen.

Für Humanist*innen stellt sich damit eine prak­ti­sche Gewis­sens­fra­ge: Kämp­fen wir vor Ort dafür, dass die­se Instru­men­te genutzt wer­den – oder schau­en wir zu, wie „Filet­stü­cke“ der Städ­te in 1A-Lagen zum Höchst­preis an Inves­to­ren gehen?

Bauwende: Umbau vor Neubau

Die zwei­te gro­ße „Bau­stel­le“ ist die Bau­wen­de. Poli­tisch wird oft das Ziel aus­ge­ge­ben, jedes Jahr Hun­dert­tau­sen­de neue Woh­nun­gen zu bau­en. Das klingt zupa­ckend und sozi­al – wirkt aber öko­lo­gisch wie eine Bank­rott­erklä­rung, wenn wir in glei­cher Bau­wei­se wei­ter­ma­chen.

Meins­hau­sen schlägt des­halb eine Ver­schie­bung der Logik vor: Umbau vor Neu­bau. Seri­el­le, indus­tri­el­le Sanie­rung – etwa nach dem „Energiesprong“-Ansatz (Kom­bi­na­ti­on aus digi­ta­ler Pla­nung mit auto­ma­ti­sier­ter Vor­fer­ti­gung und stan­dar­di­sier­ten Pro­zes­sen) – kann Bestands­ge­bäu­de schnell und rela­tiv kos­ten­güns­tig auf einen guten ener­ge­ti­schen Stan­dard brin­gen. Mate­ri­al­päs­se, rück­bau­freund­li­che Pla­nung und „Urban Mining“ sor­gen dafür, dass Bau­stof­fe nicht mehr nach ein­ma­li­ger Nut­zung auf der Depo­nie lan­den, son­dern im Kreis­lauf blei­ben. Und der ver­stärk­te Ein­satz von Holz oder bau­bio­lo­gisch unbe­denk­li­chen Mate­ria­li­en redu­ziert Gesund­heits­ri­si­ken und CO₂‑Last.

Umbau hat noch eine zwei­te, sehr huma­nis­ti­sche Sei­te: Er schützt bestehen­de sozia­le Gefü­ge. Men­schen kön­nen in ihren Quar­tie­ren blei­ben, Bezie­hun­gen blei­ben erhal­ten, Nach­bar­schaf­ten wer­den nicht „ent­sorgt“, nur weil ein Gebäu­de ener­ge­tisch moder­ni­siert wird. Kli­ma­schutz und sozia­le Sta­bi­li­tät müs­sen kei­ne Gegen­sät­ze sein.

Ein wich­ti­ger „Bau­stein“ in die­sem Zusam­men­hang ist die „15‑Minuten‑Stadt“: eine Stadt­struk­tur, in der Arbeit, Nah­ver­sor­gung, Schu­le, Kul­tur und Park in 15 Minu­ten erreich­bar sind. Sie redu­ziert Ver­kehr, Ener­gie­ver­brauch und Pen­del­stress – und schafft mehr Zeit für Fami­lie, Enga­ge­ment, Muße. Aus huma­nis­ti­scher Sicht ist das mehr als Stadt­pla­nung: Es ist eine Ein­la­dung zu einem ande­ren Lebens­ent­wurf.

Wohnwende: Praktizierte Solidarität statt Marktromantik

Die drit­te Wen­de betrifft am unmit­tel­bars­ten unse­ren All­tag: die Wohn­wen­de. In Deutsch­land lebt noch immer ein gro­ßer Teil der Men­schen im Ein­fa­mi­li­en­haus oder Rei­hen­haus – eine Wohn­form, die flächen‑ und res­sour­cen­in­ten­siv ist und sozia­le Ver­ein­ze­lung eher ver­stärkt. Huma­nis­tisch gedacht, wäre es sinn­vol­ler, gemein­schaft­li­che Wohn­for­men zu stär­ken: Genos­sen­schaf­ten, Syn­di­ka­te, Stif­tun­gen, kom­mu­na­le Trä­ger – ger­ne in Gemein­schafts­ei­gen­tum.

Genos­sen­schaf­ten und Mietshäuser‑Syndikate zei­gen, dass das funk­tio­niert. In eini­gen Pro­jek­ten lie­gen Mie­ten bei nur rund 6 € pro Qua­drat­me­ter – wäh­rend Neu­ver­mie­tun­gen in Groß­städ­ten auf 30 € und mehr stei­gen. Mög­lich wird das durch Kos­ten­mie­ten statt Ren­di­te­ma­xi­mie­rung, durch soli­da­ri­sche Umla­gen und die bewuss­te Ent­schei­dung, Häu­ser aus dem spe­ku­la­ti­ven Markt zu neh­men.

Kon­kre­te Bei­spie­le illus­trie­ren, wie eine sol­che Wohn­wen­de aus­se­hen kann: Die Genos­sen­schaft Kalk­brei­te in Zürich hat über einem Stra­ßen­bahn­de­pot ein auto­frei­es Quar­tier mit gemisch­ter Nut­zung geschaf­fen, das sich der 2000‑Watt‑Gesellschaft annä­hert – also einem Lebens­stil mit deut­lich gerin­ge­rem Ener­gie­ver­brauch. Das Hunziker‑Areal der Genos­sen­schaft „mehr als woh­nen“ kom­bi­niert Wohn­raum, Arbeit, Gemein­schafts­flä­chen und ein soli­da­ri­sches Miet­mo­dell, das Men­schen mit wenig Ein­kom­men den Zugang zum Quar­tier ermög­licht.

In Deutsch­land zeigt die Samt­we­be­rei in Kre­feld, wie aus einem Indus­trie­are­al ein Ort für Woh­nen, Arbei­ten und Nach­bar­schaft wer­den kann – unter­stützt durch die Mon­tag Stif­tung Urba­ne Räu­me. Die Genos­sen­schaft wag­nis­ART in Mün­chen wie­der­um expe­ri­men­tiert mit Clus­ter­woh­nun­gen, Pas­siv­h­aus­stan­dard und inten­siv genutz­ten Gemein­schafts­zo­nen. All die­se Pro­jek­te leben von Betei­li­gung, geteil­ten Ent­schei­dun­gen und dem Mut, Gewohn­tes zu ver­las­sen.

Was tun wir morgen?

Aus die­sen Erkennt­nis­sen for­mu­lier­te Meins­hau­sen drei Kern­bot­schaf­ten:

Ers­tens: Boden ist kein nor­ma­les Gut. Sei­ne Gemein­wohl­bin­dung ist legi­tim – und not­wen­dig, wenn wir Frei­heit und Gerech­tig­keit ernst neh­men.

Zwei­tens: Kli­ma­zie­le wer­den im Bestand ent­schie­den. Die Prin­zi­pi­en „Umbau vor Neu­bau“, „15‑Minuten‑Städte“ und „seri­el­le Sanie­rung“ sind kei­ne tech­ni­schen Details, son­dern Bedin­gun­gen für eine fai­re Zukunft.

Drit­tens: Wohn­wen­de ist Freiheits‑ und Sozi­al­po­li­tik zugleich. Genos­sen­schaf­ten, Syn­di­ka­te und eine neue Wohn­ge­mein­nüt­zig­keit sind nicht nur schö­ne Begrif­fe, son­dern prak­ti­sche For­men von Soli­da­ri­tät.

Für huma­nis­ti­sche Ver­bän­de folgt dar­aus eine unbe­que­me, aber pro­duk­ti­ve Fra­ge: Blei­ben wir bei Appel­len und Posi­ti­ons­pa­pie­ren ste­hen – oder mischen wir uns aktiv ein? Unter­stüt­zen wir Initia­ti­ven vor Ort, grün­den wir viel­leicht selbst Genos­sen­schaf­ten, nut­zen wir unser Netz­werk, um evi­denz­ba­sier­te, gerech­te Wohn‑ und Boden­po­li­tik ein­zu­for­dern? Auch weni­ge „Influen­cer“ kön­nen hier viel bewir­ken.

Huma­nis­mus, so könn­te man die The­sen zuspit­zen, ent­schei­det sich nicht nur in Welt­an­schau­ungs­dis­kus­sio­nen und sozia­len Lebens­hil­fen, son­dern auch bei ganz prak­ti­schen Fra­gen: Wem Grund und Boden gehört, wie wir bau­en – und wie wir mit­ein­an­der woh­nen wol­len.

An die­ser Stel­le wird Johan­nes Schwill, Prä­si­dent des HVD NRW, monat­lich einen streit­ba­ren poli­ti­schen Bei­trag zur Dis­kus­si­on stel­len. Kom­men­ta­re, Gegen­re­den und The­men­vor­schlä­ge dazu sind herz­lich will­kom­men. Im Fokus sol­len hier aus­drück­lich die all­ge­mein-poli­ti­schen Fra­gen ste­hen, die wir bis­her eher den Par­tei­en, Medi­en und poli­ti­schen (Lobby-)Verbänden über­las­sen haben. Frei­re­li­giö­se, Freidenker*innen und Humanist*innen haben immer Posi­ti­on bezo­gen, etwa zu Krieg und Frie­den, Demo­kra­tie als Staats­form, Erhalt der Umwelt und natür­lich zu den per­sön­li­chen Frei­heits­rech­ten und der welt­an­schau­li­chen Gleich­be­rech­ti­gung. Ande­re Fra­gen zur Aus­ge­stal­tung unse­res Gemein­we­sens, zu sozi­al­po­li­ti­schen Refor­men, zur Huma­ni­sie­rung der Wirt­schaft, zur Steu­er­ge­rech­tig­keit, zur Bil­dungs- und Ver­kehrs­po­li­tik oder auch zur inter­na­tio­na­len Poli­tik haben wir bis­lang eher umschifft, weil das Mei­nungs­spek­trum dazu im Ver­band all­zu breit schien und wir unse­re par­tei­po­li­ti­sche Neu­tra­li­tät wah­ren woll­ten. Par­tei­po­li­tisch neu­tral heißt jedoch nicht poli­tisch neu­tral! Unser Ver­band kann gewin­nen, wenn wir poin­tier­ten Ein­zel­stim­men ein Forum geben und huma­nis­ti­sche Viel­falt öffent­lich machen. Tages­po­li­tik kann dabei nicht unser The­ma sein. Aber wir soll­ten ver­su­chen, ent­lang unse­rer Wer­te dezi­diert huma­nis­ti­sche Per­spek­ti­ven zu wich­ti­gen poli­ti­schen Grund­satz­fra­gen zu ent­wi­ckeln. Die Men­schen wün­schen Ori­en­tie­rung, und die Par­tei­po­li­tik ist ja unter dem Druck der Wahl­kämp­fe lei­der oft etwas kurz­at­mig. Hier liegt unse­re Chan­ce. Dazu gehört auch das Risi­ko, mal dane­ben zu lie­gen. Aber zu unse­ren Wer­ten gehört es auch, Fehl­ein­schät­zun­gen im Lich­te neu­er Erkennt­nis­se selbst­kri­tisch zu revi­die­ren. Nicht zuletzt soll­ten wir ein Gegen­ge­wicht zu kirch­lich-reli­gi­ös begrün­de­ten poli­ti­schen Posi­tio­nen auf­bau­en und stär­ken, ins­be­son­de­re zu pla­ka­ti­ven mora­li­schen Posi­tio­nen wie „Schutz des Lebens“, „Bewah­rung der Schöp­fung“ oder auch „Dienst am Nächs­ten“. Säku­la­ri­tät muss dabei der Rah­men sein; die Begrün­dung für poli­ti­sche Wert­ur­tei­le muss jedoch huma­nis­tisch sein.

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