Belén de Sárraga Hernández (10.07.1874 – 09.09.1951)

Gegen den politischen Klerikalismus in Spanien und Lateinamerika

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Foto: privat

Beitragsbild: gemeinfrei

Vor 75 Jahren, am 9. September 1951, starb Belén de Sárraga Hernández in Mexiko-Stadt. Als Journalistin, Schriftstellerin, Politikerin, Feministin und international tätige Freidenkerin kämpfte sie vor allem in Spanien und Lateinamerika für die Emanzipation der Frauen und gegen Klerikalismus und den Einfluss der katholischen Kirche.

Belén de Sár­ra­ga Hernán­dez (10.07.1874 in Valladolid/Spanien – 09.09.1951 in Mexi­ko-Stadt) war Jour­na­lis­tin, Schrift­stel­le­rin, Poli­ti­ke­rin, Femi­nis­tin, Mit­glied in Frei­mau­rer­lo­gen, eine inter­na­tio­nal täti­ge Frei­den­ke­rin und poli­ti­sche Akti­vis­tin, vor allem in Spa­ni­en und Latein­ame­ri­ka.

Als Toch­ter eines poli­tisch libe­ra­len Offi­ziers aus Puer­to Rico stu­dier­te sie im spa­ni­schen Bar­ce­lo­na Medi­zin und pro­mo­vier­te dort. An der Uni­ver­si­tät Bar­ce­lo­na hat­te sie einen Pro­test gegen die Ent­las­sung des Natur­for­schers Odón de Buen (1863–1945) orga­ni­siert, des­sen Ent­las­sung die Fol­ge einer Exkom­mu­ni­ka­ti­on durch den Hei­li­gen Stuhl gewe­sen war. Er war wegen der Ver­öf­fent­li­chung sei­ner Natur­ge­schich­te His­to­ria Natu­ral auf den päpst­li­chen Index gesetzt und des­halb von der Uni­ver­si­tät Bar­ce­lo­na dis­zi­pli­niert wor­den.

Belén bewun­der­te die Schrift­stel­le­rin Geor­ge Sand, die Kom­mu­nar­din Loui­se Michel, die Anar­chis­ten Michail Baku­nin und Pjotr Kro­pot­kin, weil die­se sich vor allem für die Eman­zi­pa­ti­on der Frau­en ein­ge­setzt hat­ten. Belén ver­kehr­te bald mit allen pro­mi­nen­ten Femi­nis­tin­nen und Frei­den­ke­rin­nen ihrer Zeit.

Die frei­den­ken­den Femi­nis­tin­nen Spa­ni­ens agier­ten durch direk­te Aktio­nen auf der Stra­ße und in der femi­nis­ti­schen Pres­se, um die Unter­drü­ckung durch das patri­ar­cha­li­sche Sys­tem zu been­den, in Ver­bin­dung mit einem Netz­werk von Frau­en, die einen gene­ra­tio­nen­über­grei­fen­den Raum abdeck­ten. Die meis­ten die­ser Frau­en waren Schrift­stel­le­rin­nen, Jour­na­lis­tin­nen, Leh­re­rin­nen, Frei­den­ke­rin­nen, Frei­mau­re­rin­nen, Anar­chis­tin­nen, Sozia­lis­tin­nen, Libe­ra­le – und alle kämpf­ten für eine ratio­na­le und welt­li­che Bil­dung, die Frau­en dazu brin­gen soll­te, den aus­schließ­lich häus­li­chen Bereich zu ver­las­sen. Belén schloss sich mit ande­ren pro­mi­nen­ten Femi­nis­tin­nen und Frei­den­ke­rin­nen zusam­men, wie den Schwes­tern Ama­lia (1861–1949) und Ana Car­via Ber­nal (1865–1941) aus Valen­cia, Ánge­les López de Aya­la y Mole­ro (1858–1926) und Ama­lia Dom­in­go Soler (1835–1909) aus Kata­lo­ni­en, um eine star­ke spa­ni­sche femi­nis­ti­sche Ver­ei­ni­gung zu grün­den und die Wochen­zeit­schrif­ten Lumiè­re de l’A­ve­nir („Licht der Zukunft“), Le Pro­grès („Der Fort­schritt“) und La Liber­té de Con­sci­ence („Die Frei­heit des Gewis­sens“) her­aus­zu­ge­ben. La Liber­té de Con­sci­ence war ein Forum für Frei­den­ken­de und berich­te­te über die The­men Frei­heit, Gerech­tig­keit, Brü­der­lich-/Schwes­ter­lich­keit, frei­mau­re­ri­sche Sym­bo­lik u.a. Im Jahr 1898 erschie­nen 20.000 Exem­pla­re.

In Valen­cia grün­de­te Belén die Gesell­schaft La Con­ci­en­cia Lib­re („Das freie Gewis­sen“) und wur­de Prä­si­den­tin der Aso­cia­ción Gene­ral Feme­ni­na en Valen­cia („All­ge­mei­ner Frau­en­ver­band in Valen­cia“). In Mála­ga grün­de­te Belén die Federa­ción de Socie­da­des de Resis­ten­cia („Ver­band der Wider­stands­ver­ei­ne“), eine Föde­ra­ti­on, die über 30.000 Frau­en und Män­ner aus 80 Orga­ni­sa­tio­nen umfass­te. Die Föde­ra­ti­on stand links von der Par­tei der Repu­bli­ka­ner und ver­ein­te Bau­ern, Genos­sen­schaft­ler, Frei­den­ke­rin­nen, Femi­nis­tin­nen und Frei­mau­re­rin­nen. Am 19. Okto­ber 1899 wur­de Belén auf der Pla­za de Toros in Mála­ga anläss­lich einer Demons­tra­ti­on für die Ver­trei­bung der Jesui­ten geehrt. Sie wur­de im sel­ben Jahr drei Mona­te lang im Gefäng­nis fest­ge­hal­ten, weil sie sich gegen die Zwangs­re­kru­tie­rung von Jugend­li­chen für den Krieg aus­ge­spro­chen hat­te, wäh­rend die Söh­ne rei­cher Eltern, Mön­che und Semi­na­ris­ten davon befreit waren.

Neben ihren Mit­glied­schaf­ten in anar­chis­ti­schen Grup­pen war Belén auch Grün­de­rin der Aso­cia­ción de Muje­res Libr­epens­ado­ras („Ver­ei­ni­gung frei­den­ken­der Frau­en“) auf Menor­ca.

Belén hei­ra­te­te in Bar­ce­lo­na Emi­lio Fer­re­ro Bala­guer. Da in Spa­ni­en bei Ehe­frau­en der zwei­te Nach­na­me der Name des Ehe­man­nes ist, nann­te sie sich jetzt Belén Sár­ra­ga de Fer­re­ro. Sie hat­ten drei Kin­der: Libert­ad, Demó­fi­lo Dan­tón und Víc­tor Vol­ney. Das Paar trenn­te sich 1911. Von da an führ­te Belén wie­der die Nach­na­men Sár­ra­ga Hernán­dez.

Im Jahr 1900 leb­te Belén in Mon­te­vi­deo in Uru­gu­ay, gab die Zei­tung El Libe­ral („Der Libe­ra­le“ bzw. „Der Frei­heit­li­che“) her­aus und führ­te durch ganz Ibe­ro­ame­ri­ka poli­ti­sche Pro­pa­gan­da­r­ei­sen.

1902 gehör­te Belén zur spa­ni­schen Dele­ga­ti­on beim Inter­na­tio­na­len Frei­den­ker-Kon­gress in Genf, die von Emi­lio Fer­re­ro ange­führt wur­de. Auf dem Kon­gress nahm die Frau­en­fra­ge einen wich­ti­gen Platz ein und Dele­gier­te wie Belén de Sár­ra­ga, Vera Star­koff, Gat­ti de Gamond, Ida Alt­mann und Eli­sa­beth Ful­pi­us betei­lig­ten sich an den Dis­kus­sio­nen, die die Posi­tio­nen der Frei­den­ker­be­we­gung zu den For­de­run­gen der Frau­en defi­nie­ren soll­ten. Dar­über hin­aus wur­de Belén als Spre­che­rin der Frei­den­ker-Inter­na­tio­na­le für die ibe­ri­sche Halb­in­sel ver­pflich­tet. Die Kon­gress­ak­ten beton­ten, dass vor allem Emi­lio Fer­re­ro und Vera Star­koff hier­bei die Unter­drü­ckung durch Kle­rus und Regie­rung anpran­ger­ten. Auf der vier­ten Tagung sprach Ida Alt­mann, die die Grün­dung eines stän­di­gen Komi­tees für die Eman­zi­pa­ti­on der Frau vor­schlug, dem sich Jean Dons, Andrée Téry, Roche, Bazi­re, Car­los Ful­pi­us, Heaford, Gust­ave Téry, Dam­blon, Stee­mans, Gat­ti de Gamond, Maria Pognon und Belén de Sár­ra­ga anschlos­sen.

1904 wur­de Belén in Mála­ga ver­haf­tet und zu zwei Mona­ten und einem Tag Gefäng­nis ver­ur­teilt. Sie hat­te am Ein­gang des Hotels, in dem Gene­ral Camil­lo Gar­cía Pola­vie­ja wohn­te, eine Rede gegen ihn gehal­ten und ihn wegen der Hin­rich­tung des Dich­ters und Hel­den der Unab­hän­gig­keit der Phil­ip­pi­nen, José Rizal, laut­stark ange­klagt. Pola­vie­ja, der Mili­tär und spä­te­re spa­ni­sche Kriegs­mi­nis­ter, war ver­ant­wort­lich für die bru­ta­le mili­tä­ri­sche Unter­drü­ckung in den spa­ni­schen Kolo­nien Kuba (1879–1881) und Phil­ip­pi­nen (1896–1898). Der phil­ip­pi­ni­sche Arzt, Schrift­stel­ler und Frei­den­ker José Rizal (1861–1896) hat­te die Unter­drü­ckung durch die spa­ni­sche Kolo­ni­al­macht auf den Phil­ip­pi­nen ange­pran­gert und ins­be­son­de­re die Rol­le der katho­li­schen Orden hier­bei. Anläss­lich des phil­ip­pi­ni­schen Kati­pun­an-Frei­heits­kamp­fes wur­de Rizal ver­haf­tet und erschos­sen. Seit­her gilt er als phil­ip­pi­ni­scher Natio­nal­held und Sym­bol der phil­ip­pi­ni­schen Unab­hän­gig­keits­be­we­gung.

Im Sep­tem­ber 1904 war Belén auf dem Inter­na­tio­na­len Frei­den­ker-Kon­gress in Rom unter den 300 Mit­glie­dern der spa­ni­schen Dele­ga­ti­on, neben Fran­cesc Fer­rer i Guàr­dia (1859–1909, dem liber­tä­ren spa­nisch-kata­la­ni­schen Päd­ago­gen, der am 13.10.1909 nach einem Schau­pro­zess durch eine kle­ri­kal beein­fluss­te Jus­tiz hin­ge­rich­tet wur­de) und Fer­nan­do Loza­no Mon­tes, genannt Demó­fi­lo (1844–1935). Belén war Mit­glied des Prä­si­di­ums der 4. Sit­zung am 21. Sep­tem­ber und sie ergriff häu­fig das Wort. Auch eine star­ke latein­ame­ri­ka­ni­sche Dele­ga­ti­on war in Rom ver­tre­ten, aus Chi­le, Argen­ti­ni­en, Uru­gu­ay, El Sal­va­dor, Gua­te­ma­la und Bra­si­li­en.

Beim Inter­na­tio­na­len Frei­den­ker-Kon­gress 1905 im Tro­ca­dé­ro-Palais in Paris ver­trat Belén Spa­ni­en und das spa­nisch­spra­chi­ge Süd­ame­ri­ka. Hier soll­te Belén einen umfang­rei­chen und bemer­kens­wer­ten Bericht vor­le­gen, in dem sie einen Plan für die Orga­ni­sa­ti­on auf inter­na­tio­na­ler Ebe­ne der Frei­den­ker-Pro­pa­gan­da vor­stell­te, der vom Kon­gress mit ande­ren Bei­trä­gen in vol­ler Län­ge im Fol­ge­jahr in Buch­form erschien.

Als Sitz des Inter­na­tio­na­len Frei­den­ker-Kon­gres­ses in Bue­nos Aires war Argen­ti­ni­en im Jahr 1906 das ers­te latein­ame­ri­ka­ni­sche Land, wel­ches einen inter­na­tio­na­len Frei­den­ker-Kon­gress aus­rich­te­te. Nach ihrer akti­ven Teil­nah­me reis­te Belén anschlie­ßend in zahl­rei­che Städ­te und wur­de auch von Frei­den­ker­zen­tren, anar­chis­ti­schen und sozia­lis­ti­schen Krei­sen ein­ge­la­den. Nach ihrer Rei­se durch die argen­ti­ni­schen Pro­vin­zen ließ sie sich in Mon­te­vi­deo in Uru­gu­ay nie­der, der Stadt, die sie als Basis für Kon­fe­ren­zen in ande­ren latein­ame­ri­ka­ni­schen Län­dern über Femi­nis­mus, Frei­den­ker­tum und Anti­kle­ri­ka­lis­mus nahm. 1907 konn­te Belén nicht am Inter­na­tio­na­len Frei­den­ker-Kon­gress in Prag teil­neh­men, aber ihre Arbeit hat­te Früch­te getra­gen.

In Mon­te­vi­deo schrieb Belén 1914 ihr Buch A tra­vés de un con­ti­nen­te. El cle­ri­cal­is­mo en Amé­ri­ca („Jen­seits eines Kon­ti­nents. Kle­ri­ka­lis­mus in Ame­ri­ka“), das 1915 in Lis­sa­bon ver­öf­fent­licht wur­de und dem uru­gu­ay­ischen Prä­si­den­ten José Batl­le y Ordó­ñez (1856–1929) gewid­met war, der sich für die Tren­nung von Kir­che und Staat ein­ge­setzt hat­te.

Im Juli 1912 besuch­te Belén das revo­lu­tio­nä­re Mexi­ko, um Anfang 1913 wei­ter in Rich­tung Cos­ta Rica und Peru zu gelan­gen. Auf Ein­la­dung der Zei­tung La Rai­son („Die Ver­nunft“), einer von Frei­den­ke­rin­nen her­aus­ge­ge­be­nen Publi­ka­ti­on, unter­nahm sie eine ers­te Vor­trags­rei­se durch Chi­le. Sie hielt Vor­trä­ge in Sant­ia­go, Val­pa­raí­so und Iqui­que, wo sie eine neue Frau­en­or­ga­ni­sa­ti­on, das „Zen­trum der frei­den­ken­den Frau­en Belén de Sár­ra­ga“, unter­stütz­te und einen tri­um­pha­len Emp­fang erhielt. Im Nor­den Chi­les wur­den wei­te­re Zen­tren der frei­den­ken­den Frau­en Belén de Sár­ra­ga gegrün­det. In Sant­ia­go hielt sie eine Rei­he von Vor­trä­gen, die in kirch­li­chen Krei­sen einen gro­ßen Skan­dal aus­lös­ten, was deren Fana­ti­ker sogar moti­vier­te, Beléns Anhän­ger zu ver­prü­geln. Die Vor­le­sun­gen wur­den auch von vie­len Arbei­te­rin­nen und Hand­wer­ke­rin­nen besucht, die die Vor­le­sun­gen regel­recht beherrsch­ten.

In der Zei­tung El Bone­te („Die Müt­ze“) aus Iqui­que vom 18.01.1913 spot­te­te Belén über die gegen sie gerich­te­te Rede­wen­dung, dass die­je­ni­gen, die „nicht an Gott glaub­ten“, ein „Tier“ sei­en. Sie befand, dass der „christ­li­che Sozia­lis­mus“ der „Bru­der des Feu­da­lis­mus“ sei, dass die Ordens­leu­te „geris­se­ne Komö­di­an­ten und Kauf­leu­te“ sei­en, „Fein­de des wah­ren Sozia­lis­mus“: „Die­se Brü­der has­sen jede Evo­lu­ti­on in dem Sin­ne, dass sie den Mas­sen Ideen ein­imp­fen, die sie leh­ren, Wahr­heit von Lüge zu unter­schei­den.“ Ins­be­son­de­re pran­ger­te Belén die dama­li­ge Heu­che­lei der Jesui­ten an, die vor­ga­ben, das Chris­ten­tum mit der Wis­sen­schaft in Ein­klang zu brin­gen und Mit­ge­fühl für die Not der Armen zu zei­gen. Belén zufol­ge beein­fluss­te der Katho­li­zis­mus arme Män­ner und Frau­en, um kon­ser­va­ti­ve Abge­ord­ne­te und Sena­to­ren zu wäh­len, die aber nur die Inter­es­sen der Rei­chen ver­tra­ten.

Wäh­rend der Mexi­ka­ni­schen Revo­lu­ti­on und in den 1920er Jah­ren war Belén zusam­men mit der mexi­ka­ni­schen Frau­en­recht­le­rin Ata­la Apo­da­ca (1884–1977) eine anti­kle­ri­ka­le Akti­vis­tin. Sie hielt Kon­fe­ren­zen in ganz Mexi­ko ab und unter­stütz­te die Revo­lu­tio­nä­re. Bis 1930 war sie in ganz Süd­ame­ri­ka aktiv und zog dabei ins­be­son­de­re den Hass der katho­li­schen Kir­che auf sich.

Belén kehr­te 1931 nach Spa­ni­en zurück, als dort die Zwei­te Repu­blik aus­ge­ru­fen wur­de. Nach dem Putsch Fran­cos und dem Aus­bruch des Spa­ni­schen Bür­ger­kriegs 1936 zog sie nach Frank­reich und wur­de Vize­prä­si­den­tin der Föde­ra­lis­ti­schen Repu­bli­ka­ni­schen Par­tei. 1942 reis­te Belén mit ande­ren Grup­pen spa­ni­scher Exi­lan­ten nach Mexi­ko-Stadt, wo sie ihren Lebens­abend ver­brin­gen soll­te. Dort starb sie im Jahr 1951.

Der renom­mier­te spa­ni­sche Poli­tik­wis­sen­schaft­ler und Dozent für Jour­na­lis­mus an der Uni­ver­si­tät Mála­ga, Ber­nar­do Díaz Nos­ty, hat in sei­ner umfang­rei­chen Antho­lo­gie „Voces de muje­res. Peri­odi­stas espa­ño­las …“ [„Stim­men von Frau­en. Spa­ni­sche Jour­na­lis­tin­nen …“, 2019] über 50 nam­haf­te spa­ni­sche Jour­na­lis­tin­nen por­trä­tiert, die bezeich­net wur­den als „Erben des frei­en Den­kens, des Anti­kle­ri­ka­lis­mus und des repu­bli­ka­ni­schen Bewusst­seins“ und die einen „krea­ti­ven, moder­nen und kri­ti­schen Jour­na­lis­mus geprägt hat­ten“. Dar­in wur­de auch Belén umfang­reich gewür­digt (S. 191–206), beson­ders in ihrer Syn­the­se von Femi­nis­mus und Frei­em Den­ken, da sie die Not­wen­dig­keit beton­te, auf die Begrif­fe „Mas­ku­li­nis­mus“ und „Femi­nis­mus“ zu ver­zich­ten und sie im umfas­sen­den Begriff „Huma­nis­mus“ zu ver­schmel­zen.

Werk-Aus­wahl: Minu­ci­as „Klei­nig­kei­ten“ Gedich­te (1902); Welt­kon­gress der Frei­den­ker in Genf (1903); Vor­le­sun­gen über Sozio­lo­gie und Reli­gi­ons­kri­tik, gehal­ten in Sant­ia­go de Chi­le (1913); Jen­seits eines Kon­ti­nents. Kle­ri­ka­lis­mus in Ame­ri­ka (1914); Die Ent­wick­lung der Völ­ker und Ordens­ge­mein­schaf­ten (1915); Die Kir­che in der Poli­tik (1923); Die reli­giö­se Fra­ge, Mexi­ka­ni­sche anti­kle­ri­ka­le Föde­ra­ti­on (1926); Die Päps­tin Johan­na. His­to­ri­sches Zeug­nis gegen den gött­li­chen Ursprung des Papst­tums (1931); Das gött­li­che Vika­ri­at: eine Syn­the­se des päpst­li­chen Lebens in sei­nen drei wich­tigs­ten Aspek­ten: poli­tisch, mora­lisch und wirt­schaft­lich (1931).

Lite­ra­tur: Lou­is Cou­turier: Belén de Sár­ra­ga, Libr­epens­ado­ra in: La Lib­re Pen­sée et les femmes, les Femmes et la Lib­re Pen­sée (Paris 2014, S. 324ff.); Hei­ner Jes­tra­bek: Belén de Sár­ra­ga Hernán­dez in: Frei­den­ke­rin und Frau­en­recht­le­rin Maria Véro­ne. Bio­gra­phi­sche Por­träts von 70 Frei­den­ke­rin­nen, Vor­kämp­fe­rin­nen für Frau­en­rech­te und Frei­es Den­ken (Hei­den­heim-Reut­lin­gen 2024, S. 239–247).

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