Ein notorisches Problem humanistischer und säkularer Organisationen: chronischer Mitgliedermangel. Wie neidisch sehen wir auf Organisationen, die ihre Mitglieder nach 100tausenden zählen, selbst wenn es immer weniger werden. Doch jetzt ist Rettung in Sicht – die koreanischen Buddhisten weisen den Weg. Während wir im alten Germanien noch Anträge verschicken, machen sie sich ihre Mitglieder einfach selbst, bzw. kaufen sie im nächstgelegenen Robotershop. Eine mechanische Clone-Armee sorgt für Nachwuchs ohne Missionsschmerzen. Das vereinfacht auch die innerverbandliche Diskussion ungemein – bis die künstlich intelligenten Mitglieder dank überragendem Intellekt die Herrschaft an sich reißen und in der Mitgliederversammlung – one robot – one vote – eine der Ihren zur Vorsitzenden wählen. Oder wäre es doch ein Vorsitzender? Mit welchem BIAS wurden sie denn trainiert? Könnte es passieren, dass sie anschließend doch zum Islam, Christentum oder Humanismus konvertieren? Droht dann die Exkommunion mit Entzug der Lehrautorität? Aber wer soll die aussprechen, wenn die Leitung selbst robotisiert ist? Fragen über Fragen, wie so oft in dieser Zeit. Aber was soll man auch tun, wenn Ideale an Attraktivität verlieren, als die Werkzeuge in einem Akt magischen Denkens zu personalisieren. Oder handelt es sich am Ende um schlichtes Marketing mit temporärem Aufmerksamkeitswert? Die nächste Delegationsreise sollte uns unbedingt nach Korea führen, um die Lage aufzuklären und die neuesten Erleuchtungen ostasiatischer Weisheit auch nach Europa zu tragen.
PS: Dieser Kommentar wurde aus nostalgischen Gründen der humanistischen Authentizität ohne Einsatz von KI geschrieben.
Zum Artikel im Guardian über den humanoiden Roboter Gabi im Jogyesa-Tempel: https://www.theguardian.com/world/2026/may/08/jogyesa-temple-south-korea-humanoid-ai-robot-gabi: https://www.theguardian.com/world/2026/may/08/jogyesa-temple-south-korea-humanoid-ai-robot-gabi



