Humanoide Roboter in Südkorea

Wenn Roboter Mitglieder werden

| von

Beitragsbild: Katja Ano/unsplash

Die Nachricht über humanoide Roboter in einem südkoreanischen Tempel wird zum Ausgangspunkt einer satirischen Zuspitzung: Wie weit kann und soll Mitgliedschaft in Zeiten künstlicher Intelligenz noch gehen? Ein Kommentar von Christian Lührs, Bundesvorstandsmitglied des Humanistischen Verbandes Deutschlands.

Ein noto­ri­sches Pro­blem huma­nis­ti­scher und säku­la­rer Orga­ni­sa­tio­nen: chro­ni­scher Mit­glie­der­man­gel. Wie nei­disch sehen wir auf Orga­ni­sa­tio­nen, die ihre Mit­glie­der nach 100tausenden zäh­len, selbst wenn es immer weni­ger wer­den. Doch jetzt ist Ret­tung in Sicht – die korea­ni­schen Bud­dhis­ten wei­sen den Weg. Wäh­rend wir im alten Ger­ma­ni­en noch Anträ­ge ver­schi­cken, machen sie sich ihre Mit­glie­der ein­fach selbst, bzw. kau­fen sie im nächst­ge­le­ge­nen Robo­ter­shop. Eine mecha­ni­sche Clo­ne-Armee sorgt für Nach­wuchs ohne Mis­si­ons­schmer­zen. Das ver­ein­facht auch die inner­ver­band­li­che Dis­kus­si­on unge­mein – bis die künst­lich intel­li­gen­ten Mit­glie­der dank über­ra­gen­dem Intel­lekt die Herr­schaft an sich rei­ßen und in der Mit­glie­der­ver­samm­lung – one robot – one vote – eine der Ihren zur Vor­sit­zen­den wäh­len. Oder wäre es doch ein Vor­sit­zen­der? Mit wel­chem BIAS wur­den sie denn trai­niert? Könn­te es pas­sie­ren, dass sie anschlie­ßend doch zum Islam, Chris­ten­tum oder Huma­nis­mus kon­ver­tie­ren? Droht dann die Exkom­mu­ni­on mit Ent­zug der Lehr­au­tori­tät? Aber wer soll die aus­spre­chen, wenn die Lei­tung selbst robo­ti­siert ist? Fra­gen über Fra­gen, wie so oft in die­ser Zeit. Aber was soll man auch tun, wenn Idea­le an Attrak­ti­vi­tät ver­lie­ren, als die Werk­zeu­ge in einem Akt magi­schen Den­kens zu per­so­na­li­sie­ren. Oder han­delt es sich am Ende um schlich­tes Mar­ke­ting mit tem­po­rä­rem Auf­merk­sam­keits­wert? Die nächs­te Dele­ga­ti­ons­rei­se soll­te uns unbe­dingt nach Korea füh­ren, um die Lage auf­zu­klä­ren und die neu­es­ten Erleuch­tun­gen ost­asia­ti­scher Weis­heit auch nach Euro­pa zu tra­gen.

PS: Die­ser Kom­men­tar wur­de aus nost­al­gi­schen Grün­den der huma­nis­ti­schen Authen­ti­zi­tät ohne Ein­satz von KI geschrie­ben.

Zum Arti­kel im Guar­di­an über den huma­no­iden Robo­ter Gabi im Jogy­e­sa-Tem­pel: https://www.theguardian.com/world/2026/may/08/jogyesa-temple-south-korea-humanoid-ai-robot-gabi: https://www.theguardian.com/world/2026/may/08/jogyesa-temple-south-korea-humanoid-ai-robot-gabi

Inhalt teilen

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert

Meistgelesen

Ähnliche Beiträge

Friedrich Ludwig Urban
Friedrich Ludwig Urban (2. Oktober 1806 – 5. Dezember 1879)
„Ein gemeinsames Streben nach Veredlung und Vervollkommnung“
Heute vor 220 Jahren wurde Friedrich Ludwig Urban geboren, Tierarzt, Barrikadenkämpfer und Gründer der freien Gemeinde des Urchristenbundes. Sein Leben steht für den Aufbruch zu Glaubensfreiheit und Selbstbestimmung in der Zeit der Märzrevolution von 1848 und darüber hinaus.
Beitrag lesen »
fethi-benattallah-0hkWVHnPdss-unsplash
Gegensätze überwinden: Plädoyer für Vernetzung und ergebnisoffene Beratung
Mitwirkende Konflikt-Beratung bei strittiger Bewertung von Sterbe(hilfe)wünschen
Beratungsstellen zu persönlichen oder institutionellen Konflikten im Umfeld von Suizidhilfeanliegen können verschiedene Ziele verfolgen. Vor allem bei einer zukünftigen Gesetzgebung wäre auch eine Unterstützung für Ärzt:innen denkbar, die Assistenz zur Selbsttötung leisten. Bei der verfassungsrechtlichen Abwägung zwischen Lebensschutz und Recht auf selbstbestimmtes Sterben sollten alle Beteiligten die eigene Werteauffassung reflektieren und kommunizieren. Die hier zugrunde liegende Haltung der Autorin insbesondere zum verbreiteten Narrativ des „nicht zur Last werden dürfen“ ist getragen von der Hoffnung auf gegenseitige Toleranz, die ein Fundament für das Verständnis anderer Überzeugungen darstellt.
Beitrag lesen »
markus-spiske-n_1B96s010M-unsplash
Internationaler Tag gegen Lebensmittelverschwendung
„Tiere für die Tonne“ und „Trog statt Teller“: Vom Wert des Lebens in der tierhaltenden Landwirtschaft
Was hat Lebensmittelverschwendung mit Tierhaltung und globaler Ernährungssicherheit zu tun? Ann-Marie Orf geht dieser Frage nach und nimmt weggeworfene Tierprodukte, sogenannte Falltiere und den Ressourcenverbrauch der tierischen Lebensmittelproduktion in den Blick.
Beitrag lesen »
Nach oben scrollen