Ernährung und Menschenrechte

Praktischer Humanismus mit Messer und Gabel

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Beitragsbild: Ruthe

Während Europa unter extremen Hitzewellen leidet, werden die Folgen der Klimakrise immer deutlicher. Warum pflanzliche Ernährung eine humanistische Konsequenz sein kann und weshalb Cartoonist Ralph Ruthe dieses Thema einer großen Öffentlichkeit vor Augen führt. Ein Kommentar von Ann-Marie Orf.

Über 40 Grad über meh­re­re Tage hin­weg – noch nie war es in Deutsch­land und vie­len ande­ren euro­päi­schen Län­dern so heiß. Hit­ze­wel­le, Hit­ze­to­te, Heat Dome … Die Nach­rich­ten sind vol­ler Hor­ror­mel­dun­gen rund um die aktu­ell sehr deut­li­chen Fol­gen der Kli­ma­kri­se. Seit vie­len Jah­ren war­nen Klimawissenschaftler*innen vor den gra­vie­ren­den Aus­wir­kun­gen der Erd­er­wär­mung; gefühlt wer­den wir über­all mit den Begrif­fen „Nach­hal­tig­keit“ und „Kli­ma­schutz“ bzw. „Umwelt­schutz“ kon­fron­tiert. Trotz­dem leben wir bereits in einer Post‑1,5‑Grad-Welt und Euro­pa hat sich seit den 1980er-Jah­ren dop­pelt so schnell erwärmt wie der glo­ba­le Durch­schnitt. Es wird immer hei­ßer und das bedeu­tet, dass Men­schen und Men­schen­rech­te direkt und in immensem Aus­maß bedroht sind. Zuneh­mend wird klar, dass die Poli­tik nicht bereit ist, die ein­schnei­den­den Maß­nah­men ein­zu­lei­ten, die nötig sind, um Men­schen­le­ben zu schüt­zen. Was wir als Ein­zel­ne tun, zählt daher umso mehr. Und es geht dar­um, das zu tun, was wirk­lich hilft.

Eine pflanz­li­che Ernäh­rung gehört zu den effek­tivs­ten Maß­nah­men, die Ein­zel­per­so­nen gegen die Kli­ma­kri­se und für Umwelt­schutz ergrei­fen kön­nen. Egal, ob wir über Treib­haus­ga­se, Was­ser­ver­brauch oder Flä­chen­nut­zung spre­chen: Tier­pro­duk­te schnei­den in der Sum­me schlecht ab, auch wenn sie regio­nal oder öko­lo­gisch erzeugt wur­den*. Seit vie­len Jah­ren wird mit Bot­schaf­ten wie „Esst weni­ger Fleisch!“ an das Nachhaltigkeits‑, Gesund­heits- und Tier­schutz-Bewusst­sein der Bürger*innen appel­liert. Den­noch nimmt der Fleisch­ver­zehr in Deutsch­land seit drei Jah­ren wie­der zu. Der Fokus, der in der Nach­hal­tig­keits­de­bat­te oft auf Fleisch gelegt wird, lenkt zudem davon ab, dass ande­re Tier­pro­duk­te kli­ma- und umwelt­tech­nisch genau­so pro­ble­ma­tisch sind. So gehö­ren Mol­ke­rei­un­ter­neh­men neben Fleisch­un­ter­neh­men zu den größ­ten Treib­haus­gas­emit­ten­ten über­haupt. Die übli­chen Auf­ru­fe, mal hier und da einen vege­ta­ri­schen Tag ein­zu­le­gen, wer­den der Situa­ti­on, in der wir uns befin­den, in keins­ter Wei­se gerecht. Wir sehen es gera­de ganz deut­lich: Der Kon­sum von Tier­pro­duk­ten tötet, und zwar nicht „nur“ Tie­re, son­dern auch Men­schen.

In Deutsch­land und vie­len ande­ren Län­dern welt­weit geht es beim Umstieg auf eine pflanz­li­che Ernäh­rung heut­zu­ta­ge letzt­lich nur noch dar­um, im Super­markt in das lin­ke statt das rech­te Regal zu grei­fen. Dar­um, Gewohn­hei­ten zu ver­än­dern, mehr nicht. Soll­te die Bereit­schaft dazu allei­ne schon ange­sichts der immensen posi­ti­ven Aus­wir­kun­gen für mensch­li­ches Leben für huma­nis­tisch ori­en­tier­te Men­schen nicht eine Selbst­ver­ständ­lich­keit sein?

Eine pflanz­li­che Ernäh­rung ist prak­ti­scher Huma­nis­mus und die ein­fachs­te Art, jeden Tag Hal­tung gegen ein Sys­tem zu bezie­hen, das mas­siv dazu bei­trägt, dass sich die Über­le­bens­chan­cen und die Lebens­be­din­gun­gen auf die­sem Pla­ne­ten für alle ver­schlech­tern. Dar­auf hat am 27. Juni auch der bekann­te Autor, Musi­ker, Fil­me­ma­cher und Car­too­nist Ralph Ruthe sei­ne Follower*innen (ca. 1,2 Mil­lio­nen allein auf Face­book) in einem Social-Media-Post auf­merk­sam gemacht. Ralph Ruthe, der so man­chen diesseits-Leser*innen durch sei­ne Bei­trä­ge zur „Spott sei Dank!“-Reihe des Huma­nis­ti­schen Pres­se­diens­tes (hpd) bekannt sein dürf­te, spricht hier Men­schen an, die „klug, reflek­tiert und empa­thisch“ sind. Und da die­se Beschrei­bung auch auf ein huma­nis­ti­sches Publi­kum passt, haben wir ihn gefragt, ob wir sei­nen Post und zwei sei­ner Kli­ma-Car­toons hier ver­öf­fent­li­chen dür­fen.

Vie­len Dank, Ralph, für dei­ne Ein­wil­li­gung und dafür, dass du dei­ne Reich­wei­te nutzt, um für den Zusam­men­hang zwi­schen der Kli­ma­kri­se und dem Kon­sum von Tier(produkt)en zu sen­si­bi­li­sie­ren!

(Quel­len­an­ga­ben sind in der Kom­men­tar­spal­te zum Ori­gi­nal-Post zu fin­den.)


Ralph Ruthes Social-Media-Kanä­le:
facebook.com/ruthe.de
instagram.com/ruthe_offiziell

youtube.com/ruthe


* Sie­he hier­zu bei­spiels­wei­se die Bücher „Hoff­nung für Ver­zwei­fel­te: Wie wir als ers­te Gene­ra­ti­on die Erde zu einem bes­se­ren Ort machen“ (in deut­scher Spra­che im März 2024 ver­öf­fent­licht) und „Kei­ne Aus­re­den mehr! Kla­re Ant­wor­ten auf 50 Mythen über den Kli­ma­wan­del“ (in deut­scher Spra­che im Janu­ar 2026 ver­öf­fent­licht) von Han­nah Rit­chie, die als Daten­wis­sen­schaft­le­rin bei der wis­sen­schaft­li­chen Online-Publi­ka­ti­on „Our World in Data“ tätig ist.

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