Über 40 Grad über mehrere Tage hinweg – noch nie war es in Deutschland und vielen anderen europäischen Ländern so heiß. Hitzewelle, Hitzetote, Heat Dome … Die Nachrichten sind voller Horrormeldungen rund um die aktuell sehr deutlichen Folgen der Klimakrise. Seit vielen Jahren warnen Klimawissenschaftler*innen vor den gravierenden Auswirkungen der Erderwärmung; gefühlt werden wir überall mit den Begriffen „Nachhaltigkeit“ und „Klimaschutz“ bzw. „Umweltschutz“ konfrontiert. Trotzdem leben wir bereits in einer Post‑1,5‑Grad-Welt und Europa hat sich seit den 1980er-Jahren doppelt so schnell erwärmt wie der globale Durchschnitt. Es wird immer heißer und das bedeutet, dass Menschen und Menschenrechte direkt und in immensem Ausmaß bedroht sind. Zunehmend wird klar, dass die Politik nicht bereit ist, die einschneidenden Maßnahmen einzuleiten, die nötig sind, um Menschenleben zu schützen. Was wir als Einzelne tun, zählt daher umso mehr. Und es geht darum, das zu tun, was wirklich hilft.
Eine pflanzliche Ernährung gehört zu den effektivsten Maßnahmen, die Einzelpersonen gegen die Klimakrise und für Umweltschutz ergreifen können. Egal, ob wir über Treibhausgase, Wasserverbrauch oder Flächennutzung sprechen: Tierprodukte schneiden in der Summe schlecht ab, auch wenn sie regional oder ökologisch erzeugt wurden*. Seit vielen Jahren wird mit Botschaften wie „Esst weniger Fleisch!“ an das Nachhaltigkeits‑, Gesundheits- und Tierschutz-Bewusstsein der Bürger*innen appelliert. Dennoch nimmt der Fleischverzehr in Deutschland seit drei Jahren wieder zu. Der Fokus, der in der Nachhaltigkeitsdebatte oft auf Fleisch gelegt wird, lenkt zudem davon ab, dass andere Tierprodukte klima- und umwelttechnisch genauso problematisch sind. So gehören Molkereiunternehmen neben Fleischunternehmen zu den größten Treibhausgasemittenten überhaupt. Die üblichen Aufrufe, mal hier und da einen vegetarischen Tag einzulegen, werden der Situation, in der wir uns befinden, in keinster Weise gerecht. Wir sehen es gerade ganz deutlich: Der Konsum von Tierprodukten tötet, und zwar nicht „nur“ Tiere, sondern auch Menschen.
In Deutschland und vielen anderen Ländern weltweit geht es beim Umstieg auf eine pflanzliche Ernährung heutzutage letztlich nur noch darum, im Supermarkt in das linke statt das rechte Regal zu greifen. Darum, Gewohnheiten zu verändern, mehr nicht. Sollte die Bereitschaft dazu alleine schon angesichts der immensen positiven Auswirkungen für menschliches Leben für humanistisch orientierte Menschen nicht eine Selbstverständlichkeit sein?
Eine pflanzliche Ernährung ist praktischer Humanismus und die einfachste Art, jeden Tag Haltung gegen ein System zu beziehen, das massiv dazu beiträgt, dass sich die Überlebenschancen und die Lebensbedingungen auf diesem Planeten für alle verschlechtern. Darauf hat am 27. Juni auch der bekannte Autor, Musiker, Filmemacher und Cartoonist Ralph Ruthe seine Follower*innen (ca. 1,2 Millionen allein auf Facebook) in einem Social-Media-Post aufmerksam gemacht. Ralph Ruthe, der so manchen diesseits-Leser*innen durch seine Beiträge zur „Spott sei Dank!“-Reihe des Humanistischen Pressedienstes (hpd) bekannt sein dürfte, spricht hier Menschen an, die „klug, reflektiert und empathisch“ sind. Und da diese Beschreibung auch auf ein humanistisches Publikum passt, haben wir ihn gefragt, ob wir seinen Post und zwei seiner Klima-Cartoons hier veröffentlichen dürfen.
Vielen Dank, Ralph, für deine Einwilligung und dafür, dass du deine Reichweite nutzt, um für den Zusammenhang zwischen der Klimakrise und dem Konsum von Tier(produkt)en zu sensibilisieren!

(Quellenangaben sind in der Kommentarspalte zum Original-Post zu finden.)
Ralph Ruthes Social-Media-Kanäle:
facebook.com/ruthe.de
instagram.com/ruthe_offiziell
youtube.com/ruthe
* Siehe hierzu beispielsweise die Bücher „Hoffnung für Verzweifelte: Wie wir als erste Generation die Erde zu einem besseren Ort machen“ (in deutscher Sprache im März 2024 veröffentlicht) und „Keine Ausreden mehr! Klare Antworten auf 50 Mythen über den Klimawandel“ (in deutscher Sprache im Januar 2026 veröffentlicht) von Hannah Ritchie, die als Datenwissenschaftlerin bei der wissenschaftlichen Online-Publikation „Our World in Data“ tätig ist.




