Die Humanistische Jugendfeier in Hessen verbindet zwei Gedanken, die auf den ersten Blick gegensätzlich erscheinen mögen: die Einzigartigkeit jedes einzelnen jungen Menschen und das gemeinsame Erleben in einer Gemeinschaft. Jeder Jugendfeierling gestaltet diesen Tag auf individuelle Weise: Mit eigenen Gedanken, eigenen Erfahrungen und einer persönlichen Rede. Gleichzeitig erleben die Jugendlichen, dass sie mit ihren Fragen, Hoffnungen und Herausforderungen nicht allein sind. So standen auch in diesem Jahr die Jugendlichen selbst im Mittelpunkt der Feier. Ausgehend von selbstgewählten Zitaten hatten sie persönliche Redebeiträge vorbereitet. Sie sprachen über Mut und Neuanfänge, über Freundschaft und Versöhnung, über Selbstvertrauen, eigene Wege und den Umgang mit Verlusten. Die Beiträge machten deutlich, wie reflektiert junge Menschen ihre Lebenswelt wahrnehmen und wie unterschiedlich ihre Perspektiven auf das Erwachsenwerden sind.
In ihrer Festrede betonte Christiane Herrmann, Landessprecherin des Humanistischen Verbandes Deutschlands | Hessen: „Erwachsenwerden ist kein Ziel, das man irgendwann erreicht. Es ist ein Prozess. Ein ständiges Lernen. Ein ständiges Wachsen.“ Besonders eindrucksvoll war dabei die Vielfalt der gewählten Themen. Während Flora daran erinnerte, das Leben mit Erfahrungen zu füllen, sprach Tom über den Mut, Risiken einzugehen. Tristan berichtete davon, nach Rückschlägen neue Wege zu finden, Justus über die Bedeutung von Verständnis und Versöhnung. Amelie setzte sich mit der Frage auseinander, wie man zu sich selbst stehen kann, Alize mit dem Mut, den eigenen Weg zu gehen, und Rieke mit der Kraft, nach schweren Verlusten wieder aufzustehen.
Musikalisch begleitet wurde die Feier unter anderem von Amelies Klaviervortrag des Stücks „River Flows in You” von Yiruma sowie einer gemeinsamen Interpretation von „Imagine” von John Lennon. Zum Abschluss stand ein Gedanke des Humanisten und Schriftstellers Sir Peter Ustinov im Mittelpunkt. Seine Aufforderung, sich die Fähigkeit zum Staunen zu bewahren, griff die Schlussrede auf: „Wenn ihr euch etwas von eurer Kindheit bewahren könnt, dann hoffentlich genau das: die Fähigkeit zu staunen.“ Mit der Übergabe der Urkunden wurden die sieben Jugendfeierlinge schließlich offiziell in ihren neuen Lebensabschnitt verabschiedet. Beim gemeinsamen Auszug wurde noch einmal deutlich, was die Humanistische Jugendfeier ausmacht: Junge Menschen werden in ihrer Individualität gestärkt – und erleben zugleich, Teil einer Gemeinschaft zu sein, die sie auf ihrem Weg begleitet. Wir gratulieren Flora, Tom, Tristan, Justus, Amelie, Alize und Rieke herzlich zu ihrer Jugendfeier und wünschen ihnen Neugier, Mut und Zuversicht für die Zukunft.



