Bericht vom Säkularen Forum Hamburg e.V.

Kann Künstliche Intelligenz den Staat retten? Eine Debatte zwischen Hoffnung und Dystopie

| von

Beitragsbild: Christian Lue/Unsplash

Wie verändern Internet, soziale Medien und Künstliche Intelligenz das Verhältnis von Staat und demokratischer Willensbildung? Diese Frage stand im Zentrum eines hybriden Gesprächsabends des Säkularen Forum am 8.9.2026 im betahaus in Hamburg, zu dem der Sozialethiker Prof. Dr. Hartmut Kreß als Hauptreferent eingeladen war. Sein Vortrag über die „heutige Staatsfunktionskrise“ und mögliche KI-Nutzungspfade entfachte eine lebhafte, streitbare Diskussion – von Platons Philosophenkönigen bis zur Frage, ob wir künftig auf Bargeld verzichten müssten.

Der Abend begann mit einer knap­pen Ein­ord­nung: Was ist KI über­haupt? Im Kern, so die ein­lei­ten­de Erklä­rung von Chris­ti­an Lührs, Vor­sit­zen­der des Säku­la­ren Forums Ham­burg und Nach­rich­ten­tech­ni­ker, han­delt es sich um neu­ro­na­le Net­ze, die auf Basis von Trai­nings­da­ten Wahr­schein­lich­kei­ten berech­nen – nicht um „Intel­li­genz“ im eigent­li­chen Sin­ne, son­dern eher um sys­te­ma­ti­sier­tes Erfah­rungs­wis­sen. Betont wur­den dabei die bekann­ten Schwä­chen: Trai­nings­da­ten stam­men zwangs­läu­fig aus der Ver­gan­gen­heit, sie sind oft unge­klär­ter Her­kunft, sie trans­por­tie­ren Ver­zer­run­gen (Bias) und begüns­ti­gen Hal­lu­zi­na­tio­nen – also frei erfun­de­ne, aber über­zeu­gend klin­gen­de Aus­sa­gen. Wich­tig sei zudem die Unter­schei­dung zwi­schen KI als Werk­zeug und KI als (ver­deck­tem) Ent­schei­der: Schon die Aus­wahl, wel­che Infor­ma­tio­nen eine KI lie­fert, kann fak­tisch vor­ent­schei­den, was Men­schen am Ende noch für ent­scheid­bar hal­ten.

Eine Staatskrise mit zwei Gesichtern

Prof. Kreß, Sozi­al­ethi­ker (Uni­ver­si­tät Bonn) mit den Schwer­punk­ten Medi­zin- und Rechts­ethik, stell­te sei­nem eigent­li­chen The­ma eine Dia­gno­se vor­an: Die Bun­des­re­pu­blik ste­cke in einer dop­pel­ten Kri­se. Zum einen in einer Staats­funk­ti­ons­kri­se – als Ein­zel­bei­spiel belegt etwa am seit 36 Jah­ren nicht novel­lier­ten Embryo­nen­schutz­ge­setz, das mit dem heu­ti­gen Stand der Repro­duk­ti­ons­me­di­zin längst nicht mehr kom­pa­ti­bel sei, oder an unge­lös­ten Pro­ble­men bei Ver­kehrs­in­fra­struk­tur, Woh­nungs­bau und Ren­ten­si­che­rung. Zum ande­ren in einer Akzep­tanz­kri­se: Einer reprä­sen­ta­ti­ven Umfra­ge des Deut­schen Beam­ten­bun­des vom Juli 2026 zufol­ge glau­ben nur noch 17 Pro­zent der Befrag­ten, der Staat kön­ne sei­ne Auf­ga­ben erfül­len. Anders als die Wei­ma­rer Repu­blik, die von Beginn an nie hin­rei­chend akzep­tiert war, habe die Bun­des­re­pu­blik über Jahr­zehn­te sta­bil funk­tio­niert und ver­lie­re erst jetzt dra­ma­tisch an Ver­trau­en – ein Alarm­si­gnal ers­ten Ran­ges.

Das Gedankenexperiment: Eine KI-Regierung

Anlass für den Abend war ein Arti­kel des Gast­ge­bers Chris­ti­an Lührs, der am 21. Juli 2026 beim Huma­nis­ti­schen Pres­se­dienst unter dem Titel „Die Demo­kra­tie und die Über­for­de­rung durch das Netz“ erschie­nen war. Im Anschluss – und das war der eigent­li­che Aus­gangs­punkt der Ver­an­stal­tung – hat­te der Gast­ge­ber die KI Clau­de gebe­ten, ein poli­ti­sches Sys­tem zu ent­wer­fen, in dem Par­la­men­te, Kabi­net­te und Ver­wal­tun­gen durch Künst­li­che Intel­li­genz ersetzt wer­den, kon­trol­liert durch ein gewähl­tes, aus Men­schen bestehen­des Gre­mi­um sowie ein mensch­lich besetz­tes Ver­fas­sungs­ge­richt. Das von der KI vor­ge­schla­ge­ne Modell einer Regie­rung durch KI sah vor, dass KI gesell­schaft­li­che Daten aus­wer­ten, Opti­mie­rungs­vor­schlä­ge ent­wi­ckeln und Ver­bes­se­run­gen schritt­wei­se umset­zen sol­le – legi­ti­miert durch eine Volks­ab­stim­mung nach Arti­kel 146 des Grund­ge­set­zes.

Kreß griff die von Lührs ange­frag­te Staats­kon­struk­ti­on von Clau­de auf. Er zog eine Par­al­le­le zu Pla­tons „Poli­te­ia“, in der Phi­lo­so­phen als Köni­ge regie­ren soll­ten, weil sie über beson­ders trag­fä­hi­ge Ein­sich­ten ver­füg­ten. Eine KI-Regie­rung wäre, so die Mei­nung von Kreß, eine post­mo­der­ne Neu­auf­la­ge die­ser Idee – aber letzt­lich eine Dys­to­pie oder Nega­ti­vu­to­pie: Eine Gesell­schaft, die nicht mehr von Men­schen, son­dern von einer auto­no­men Maschi­ne regiert wür­de, wäre eine Form des Trans­hu­ma­nis­mus, die den Men­schen ent­mün­digt und von sich selbst ent­frem­det. Erkennt­nis­lei­tend sei das Gedan­ken­ex­pe­ri­ment trotz­dem, weil es eine rea­le Gefahr sicht­bar mache – aller­dings nicht durch die heu­ti­ge „schwa­che“ KI, son­dern erst durch eine künf­ti­ge star­ke, gene­ra­ti­ve oder gar super­in­tel­li­gen­te KI.

Kreß ver­wies dazu auf einen aktu­el­len Auf­satz aus dem Sam­mel­band „KI und Demo­kra­tie“ mit dem Titel „Künst­li­che Super­in­tel­li­genz und das Ende der Demo­kra­tie“. Am Bei­spiel der USA zei­ge die­ser, wie gefähr­lich die Kom­bi­na­ti­on aus rie­si­gen, bei Big-Tech-Kon­zer­nen kon­zen­trier­ten Daten­men­gen und einer sich auto­ri­tär ent­wi­ckeln­den Regie­rung wer­den kön­ne – ein mög­li­cher Über­wa­chungs­staat, gegen den sich selbst die Sta­si der DDR (mit einem Spit­zel auf etwa 100 Bür­ger) ver­gleichs­wei­se harm­los aus­näh­me. Hin­zu kom­me die Gefahr, dass sich KI-Sys­te­me selbst ver­selbst­stän­di­gen und eige­ne Macht­stra­te­gien ent­wi­ckeln könn­ten. Als regu­la­to­ri­sche Ant­wort mach­te Kreß auf den 2024 ver­ab­schie­de­ten risi­ko­ba­sier­ten Rechts­rah­men der EU zur Künst­li­chen Intel­li­genz auf­merk­sam.

Lührs ver­wies dar­auf, dass es ihm nicht dar­um gehe, die poli­ti­schen Ent­schei­dun­gen einer KI zu über­tra­gen oder den Kon­flikt gesell­schaft­li­cher Grup­pen zu ver­mei­den, son­dern die öffent­li­che Dis­kus­si­on weg von den Detail­fra­gen hin zu den wirk­lich rele­van­ten Grund­satz­fra­gen zu füh­ren: Wie viel Pro­zent unse­rer Ener­gie­ver­sor­gung soll natio­nal sein, wol­len wir wei­ter Bar­geld haben, wel­che Steu­er­last sol­len Ärme­re und Rei­che­re tra­gen, wie kön­nen Jün­ge­re und Älte­re aus­rei­chend finan­ziert wer­den?

Die heu­te oft nicht dis­ku­tier­ba­ren Detail­pro­ble­me wür­den durch eine ideo­lo­gisch auf­ge­la­de­ne Ersatz­dis­kus­si­on ersetzt, die an den eigent­li­chen Pro­ble­men vor­bei­geht und nur noch mehr Poli­tik­ver­dros­sen­heit erzeugt.

Die Blackbox und das Beispiel Medizin

Prag­ma­ti­scher wur­de es im zwei­ten Teil des Vor­trags von Kreß. Zen­tra­les Pro­blem sei die Black­box-Struk­tur von KI-Sys­te­men: Anders als bei moder­ner Wis­sen­schaft, deren Erkennt­nis­we­ge sich nach­voll­zie­hen las­sen müs­sen, kön­ne man bei KI im Regel­fall nicht rekon­stru­ie­ren, wie ein Ergeb­nis zustan­de gekom­men ist. Ob es gelingt, aus der KI als Black­box eine „Glass­box“ und aus jet­zi­gen intrans­pa­ren­ten KI-Model­len eine „explainable“ KI zu machen, sei eine offe­ne For­schungs­fra­ge. Hin­zu kom­me das Pro­blem ver­zerr­ter Trai­nings­da­ten, deren Vor­ur­tei­le sich in den Ergeb­nis­sen wie­der­ho­len oder sogar ver­stär­ken kön­nen.

Am Bei­spiel der Medi­zin – mit einem Zitat der Schwei­ze­ri­schen Aka­de­mie der Medi­zi­ni­schen Wis­sen­schaf­ten – zeig­te Kreß, dass KI trotz die­ser Pro­ble­me längst unver­zicht­bar gewor­den ist: etwa bei der Aus­wer­tung gro­ßer Gesund­heits­da­ten­men­gen oder in der Krebs­dia­gnos­tik, wo KI-Sys­te­me mensch­li­che Ärz­tin­nen und Ärz­te bei der Ana­ly­se von Gewe­be­pro­ben teils über­tref­fen (hier­zu ein Auf­satz „Künst­li­che Intel­li­genz in der Medi­zin: Aus­wir­kun­gen auf Patient*innen, auf das ärzt­li­che Per­so­nal und auf das Arzt-Pati­ent-Ver­hält­nis” von Kreß). Die ent­schei­den­de Auf­ga­be bestehe des­halb dar­in, für KI siche­re sowie sinn­vol­le Nut­zungs­pfa­de zu defi­nie­ren – eine Über­le­gung, die Kreß dann auf den Staat über­trug: KI kön­ne im Pro­zess der Gesetz­ge­bung etwa bei Rechts­ver­glei­chen oder bei der oft ver­nach­läs­sig­ten Abschät­zung von Geset­zes­fol­gen hel­fen. Als Refe­renz­punkt nann­te er außer­dem den 2025 vor­ge­leg­ten „AI Oppor­tu­ni­ties Action Plan“ der (inzwi­schen zurück­ge­tre­te­nen) bri­ti­schen Regie­rung unter Keir Star­mer.

Sein Fazit: KI sei kein Königs­weg gegen die Staats­kri­se, aber ein mög­li­ches Hilfs­mit­tel. Um der Funk­ti­ons- und Akzep­tanz­kri­se des heu­ti­gen Staa­tes ent­ge­gen­zu­wir­ken, müs­se gleich­falls nach wei­te­ren Ansät­zen gefragt wer­den. Hier­zu gehö­re eine Stär­kung der direk­ten Demo­kra­tie, für die es inter­es­san­te Model­le in ande­ren Staa­ten oder in Deutsch­land in ein­zel­nen Bun­des­län­dern gebe.

Die Diskussion: Werkzeug, Berater oder Risiko?

In der anschlie­ßen­den, kon­tro­vers geführ­ten Run­de ging es zunächst um die his­to­ri­sche Ein­ord­nung: Der Buch­druck habe einst das Infor­ma­ti­ons­mo­no­pol von Kir­che und Adel gebro­chen und damit das Mit­tel­al­ter been­det. Heu­te kön­ne im Grun­de jeder anonym alles ver­öf­fent­li­chen – das Pro­blem sei nicht ein Man­gel an guten Infor­ma­tio­nen im Netz, son­dern die Unfä­hig­keit vie­ler, seriö­se von unse­riö­sen Quel­len zu unter­schei­den, weil im Inter­net for­mal alles gleich aus­sieht. Eine The­se aus der Run­de ging so weit zu pro­phe­zei­en, dass es in zwan­zig Jah­ren kei­nen Bun­des­tag und kei­ne Ver­wal­tung in heu­ti­ger Form mehr geben wer­de, weil die Kom­ple­xi­tät der Ent­schei­dun­gen die Kapa­zi­tät klas­si­scher par­la­men­ta­ri­scher Ver­fah­ren längst über­stei­ge.

Ein wei­te­rer Dis­kus­si­ons­strang betraf ein ver­än­der­tes Grund­ver­trau­en in Tech­nik: Wäh­rend frü­he­re Gene­ra­tio­nen gelernt hät­ten, „der Com­pu­ter hat immer recht“, müs­se im KI-Zeit­al­ter das Gegen­teil gelernt wer­den – gera­de bei The­men, in denen man selbst kei­ne Fach­kennt­nis hat, sei man dem, was eine KI aus­gibt, oft schutz­los aus­ge­lie­fert.

Kon­tro­vers blieb die Fra­ge, ob KI als Bera­ter in der Poli­tik ein­ge­setzt wer­den kön­ne, ähn­lich wie in der Medi­zin. Ein wich­ti­ger Unter­schied wur­de mar­kiert: In der Medi­zin gebe es ein gemein­sa­mes Inter­es­se (gesund wer­den), in der Poli­tik dage­gen kon­kur­rie­ren­de Inter­es­sen – die Kri­te­ri­en, nach denen eine KI „gute“ von „schlech­ten“ Ergeb­nis­sen unter­schei­den sol­le, sei­en hier viel schwe­rer zu defi­nie­ren. Ein Dis­ku­tant sah gera­de dar­in einen Vor­teil: Eine KI müs­se nicht wie­der­ge­wählt wer­den und könn­te so hel­fen, tech­no­kra­ti­sche Sach­fra­gen von auf­ge­bla­se­nen ideo­lo­gi­schen Schein­kon­flik­ten zu tren­nen – etwa in der Ener­gie­po­li­tik, wo die eigent­li­che Wert­ent­schei­dung (wie viel regio­na­le Eigen­ver­sor­gung wol­len wir?) von der tech­ni­schen Umset­zung (wel­cher Ener­gie­mix erreicht das?) unter­schie­den wer­den kön­ne. Die KI sol­le dabei nur die Umset­zung unter­stüt­zen, nicht die Grund­satz­ent­schei­dung erset­zen.

Deut­li­chen Wider­spruch gab es bei der Fra­ge der Daten­grund­la­ge: Je mehr Infor­ma­tio­nen eine KI zur Ver­fü­gung habe, des­to bes­se­re Vor­schlä­ge kön­ne sie machen – kon­se­quent zu Ende gedacht lie­fe das aber auf eine lücken­lo­se Erfas­sung aller Bürger*innen hin­aus, etwa durch die Abschaf­fung des Bar­gelds, um jede Trans­ak­ti­on nach­voll­zieh­bar zu machen. Dem wur­de ent­ge­gen­ge­hal­ten, dass dies kei­nes­wegs zwin­gend sei: Es gebe eine Ent­schei­dungs­ebe­ne, die bewusst auf mensch­li­cher, öffent­li­cher Dis­kus­si­on beru­hen sol­le – etwa ob Bar­geld wei­ter­hin genutzt wer­den soll –, ohne dass dafür eine Total­erfas­sung nötig wäre.

Wei­te­re Bei­trä­ge the­ma­ti­sier­ten die wirt­schaft­li­che Abhän­gig­keit von weni­gen, über­wie­gend US-ame­ri­ka­ni­schen Anbie­tern, die zuneh­mend kom­mer­zi­el­le Nut­zungs­kos­ten ver­lan­gen, sowie die Sor­ge, euro­päi­sches „Welt­wis­sen“ wer­de zuneh­mend in fremd kon­trol­lier­ten Sys­te­men kon­zen­triert – mit dem Risi­ko eines „Use it or lose it“-Effekts, wenn eige­ne Kom­pe­ten­zen ver­küm­mern. Ein Vor­schlag lau­te­te, eine öffent­lich-recht­li­che Basis­ver­sor­gung mit sozia­len Netz­wer­ken und KI zu schaf­fen, ähn­lich wie es sie bei Rund­funk oder Stra­ßen bereits gibt.

Auch die Rol­le der Medi­en wur­de kri­tisch beleuch­tet: Ein Dis­ku­tant beklag­te, dass selbst öffent­lich-recht­li­che Sen­der zuneh­mend per­so­na­li­sier­te, unsach­li­che Debat­ten führ­ten, statt kom­ple­xe Sach­fra­gen fun­diert auf­zu­ar­bei­ten – eine Medi­en­kri­se, die mit KI wenig zu tun habe, aber das Ver­trau­en in poli­ti­sche Insti­tu­tio­nen zusätz­lich unter­gra­be. Eben­falls zur Spra­che kam, dass es in der Poli­tik oft nicht pri­mär um das Gemein­wohl, son­dern um Macht­er­halt und Par­ti­ku­lar­in­ter­es­sen gehe – ein Umstand, an dem auch die bes­te KI nichts ände­re, weil dafür schlicht kei­ne all­ge­mein akzep­tier­ten Bewer­tungs­kri­te­ri­en exis­tie­ren.

Als kon­kre­tes Bei­spiel gelun­ge­ner direk­ter Betei­li­gung der Bevöl­ke­rung an der Poli­tik und inso­fern von direk­ter Demo­kra­tie wur­de die baye­ri­sche Ver­fas­sung von 1946 genannt, die Volks­be­geh­ren und ‑ent­schei­de zulässt und es Bür­ge­rin­nen und Bür­gern erlaubt, sich bei Grund­rechts­ver­let­zun­gen direkt an den Ver­fas­sungs­ge­richts­hof zu wen­den – auch ohne selbst betrof­fen zu sein. Ein­ge­wandt wur­de, dass sich ein sol­ches Modell nicht ohne Wei­te­res auf struk­tu­rell anders auf­ge­stell­te Bun­des­län­der über­tra­gen las­se; dem wur­de ent­geg­net, dass Bay­ern 1946 selbst ein rela­tiv armes Land war und sich sei­ne heu­ti­ge Stär­ke erst spä­ter ent­wi­ckelt habe – der insti­tu­tio­nel­le Rah­men sei also nicht an Wohl­stand gekop­pelt gewe­sen.

Ein Verteilungsproblem statt eines Schicksals

Zum Abschluss wag­te der Gast­ge­ber eine bewusst zuge­spitz­te The­se: Der AfD wer­de oft unter­stellt, das par­la­men­ta­ri­sche Sys­tem infra­ge stel­len zu wol­len – viel­leicht sei genau die­ses Sys­tem aber tat­säch­lich nicht mehr zukunfts­fä­hig, und die Erschüt­te­run­gen, die Par­tei­en wie die AfD aus­lö­sen, zwän­gen alle ande­ren dazu, über ech­te Alter­na­ti­ven nach­zu­den­ken, statt nur auf mehr Medi­en­kom­pe­tenz und punk­tu­el­le KI-Regu­lie­rung zu hof­fen. Zugleich hielt er fest: KI sei im Kern ein Fort­schritt in der Werk­zeug­nut­zung, der eigent­lich alle wohl­ha­ben­der machen soll­te. Ob das gelin­ge, sei letzt­lich kein tech­ni­sches, son­dern ein Ver­tei­lungs­pro­blem – die Fra­ge, wer von KI pro­fi­tiert: weni­ge Mil­li­ar­dä­re oder die gesam­te Gesell­schaft.

Am Ende stand kein fer­ti­ges Ergeb­nis, son­dern – ganz im Sin­ne der Rei­he – eine offe­ne Ein­la­dung zum Wei­ter­den­ken. Der nächs­te „Rede­raum“ des Säku­la­ren Forums fin­det, wie ange­kün­digt, jeden zwei­ten Diens­tag, so auch im Okto­ber, statt.


Autor: Chris­ti­an Lührs, mit Nut­zung von KI für Tran­skript und Text

Inhalt teilen

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert

Meistgelesen

Nach oben scrollen