Junge Humanist*innen: Nora Lasek im Interview

„Klimaschutz ist absolut ein humanistisches Thema!“

| von
Nora Lasek
Nora Lasek

Beitragsbild: Laurina Pettke

Nora Lasek engagiert sich ehrenamtlich bei den Jungen Humanist*innen Berlin. Wir haben mit ihr darüber gesprochen, warum sie den öffentlichen Klimastreik so wichtig findet, was sie von der Politik fordert – und was Klimaschutz mit Humanismus zu tun hat.

Nora, inwiefern sind Klima- und Umweltschutz ein Thema, das ihr bei den JuHus angeht?

Der Kli­ma­schutz ist Teil unse­res bil­dungs­po­li­ti­schen Ange­bots: Vor Coro­na haben wir zahl­reich an Kli­ma­streiks teil­ge­nom­men und als Alter­na­ti­ve wäh­rend der Coro­na-Beschrän­kun­gen in Online-Work­shops über das The­ma infor­miert und uns aus­ge­tauscht.

Wie engagierst du dich persönlich für Umwelt- und Klimaschutz? Was motiviert dich?

In mei­nem All­tag ver­su­che ich so nach­hal­tig wie mög­lich zu leben, das heißt, ich ernäh­re mich vegan, ret­te Lebens­mit­tel, gestal­te mei­ne Ein­käu­fe mög­lichst „Zero Was­te“ – also mög­lichst plas­tik- und abfall­frei – und kau­fe nur noch Second­hand. Vor dem Aus­bruch der Coro­na­pan­de­mie bin ich außer­dem regel­mä­ßig zu den „Fri­days for Future“-Demos gegan­gen und habe da mit lau­ter Stim­me für den Kli­ma­schutz demons­triert. Ich möch­te, dass die zukünf­ti­ge Gene­ra­ti­on auf einer schö­ne­ren Erde lebt, mit einer bes­se­ren Gesell­schaft. Wer wäre ich, die­se Anfor­de­run­gen zu stel­len, wenn ich sie selbst nicht best­mög­lich erfül­len wür­de? Die­ser Gedan­ke ist mei­ne Moti­va­ti­on und es macht viel Spaß, dem nach­zu­ge­hen.

Nora Lasek

Nora Lasek enga­giert sich ehren­amt­lich bei den Jun­gen Humanist_innen Ber­lin. In ihrer Frei­zeit macht sie Kunst und ist viel in Ber­lin unter­wegs. Nicht zuletzt ver­sucht sie, ihr eige­nes Leben mög­lichst umwelt- und kli­ma­freund­lich zu gestal­ten.

Warum ist der öffentliche Klimastreik für dich wichtig?

Der Kli­ma­streik ist wich­tig, weil das The­ma uns alle angeht! Jeder Mensch auf der Welt ist von den Kli­ma­wan­del­fol­gen betrof­fen. Ich in Ber­lin krie­ge das erst­mal viel­leicht nicht so sehr mit, aber wie sieht es im Glo­ba­len Süden aus? Vie­le Men­schen sind auch heu­te schon von Kli­ma­ka­ta­stro­phen betrof­fen. Es ist nur eine Fra­ge der Zeit, wann auch wir in Deutsch­land das deut­li­cher zu spü­ren bekom­men. Mir ist es wich­tig, öffent­lich­keits­wirk­sam für alle Men­schen, die aktu­ell betrof­fen sind und in der Zukunft betrof­fen sein wer­den, für alle fol­gen­den Gene­ra­tio­nen und für alle Lebe­we­sen, die auf­grund unse­rer Feh­ler lei­den, zu pro­tes­tie­ren.

Was kritisierst du an den aktuellen Klimaschutzmaßnahmen in Deutschland? Was muss sich ändern – politisch und gesellschaftlich?

Von der Poli­tik erwar­te ich, dass poli­ti­sche Ent­schei­dun­gen radi­kal nach kli­ma­schüt­zen­den Maß­stä­ben getrof­fen wer­den und nicht das Kapi­tal über den Kli­ma­schutz gestellt wird. Zudem fän­de ich es sehr wich­tig, dass die Poli­tik und aber auch die Gesell­schaft auf­hört, dass die Ver­ant­wor­tung auf ein­zel­ne Men­schen gescho­ben wird. Die Ver­ant­wor­tung liegt eigent­lich bei Groß­kon­zer­nen, Fir­men und Flug­ge­sell­schaf­ten, die sich in gro­ßem Maße kli­ma­schäd­lich ver­hal­ten.

Ist deiner Meinung nach Umwelt- und Klimaschutz ein humanistisches Thema – beziehungsweise sollte es eines sein?

Es ist abso­lut ein huma­nis­ti­sches The­ma! Laut den huma­nis­ti­schen Wer­ten heißt es, dass Humanist*innen für das Leben und für das Für­ein­an­der kämp­fen. Dem­nach soll­te Kli­ma­schutz zu den höchs­ten Prio­ri­tä­ten gehö­ren, denn Men­schen lei­den bereits jetzt über­all auf der Welt wegen der Fol­gen des Kli­ma­wan­dels – und es wird schlim­mer wer­den, auch für uns. Wenn wir den Kli­ma­schutz ver­ges­sen, ver­ges­sen wir auch unse­re Fami­lie, unse­re Kin­der und alle nach­fol­gen­den Gene­ra­tio­nen, unse­re Freun­de und alle Lebe­we­sen, die uns beglei­ten.

Danke für das Interview!

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