Bekanntermaßen nannte der Stoizismus vier Kardinaltugenden als entscheidend für das gute menschliche Leben: Klugheit, Gerechtigkeit, Tapferkeit und Mäßigung. Doch was bedeuten sie genau? Welche Bandbreite umfassen sie? Um diese Tugenden im eigenen Leben tatsächlich entwickeln und praktizieren zu können, bedarf es beim Praktizierenden der stoischen Philosophie, dem Prokopton, eines Verständnisses, das über bloße Namensnennungen oder knappe Beschreibungen hinausgeht. Stoische Autoren verweisen auf eine Reihe von weiteren Tugenden, die diesen Kardinaltugenden untergeordnet sind, und beschreiben diese; die kurzen Listen, die der antike Autor Arius Didymus anführt, stellen dabei lediglich einen von mehreren wichtigen Ausgangspunkten für das Verständnis dieser Tugenden dar.
In seinem Vortrag wird Dr. Gregory B. Sadler erörtern, wie und wo uns Diskussionen über Kardinal- und Untertugenden in Texten stoischer Autoren sowie in Schriften über die stoische Philosophie begegnen. Dabei wird er darauf eingehen, welche Herausforderungen mit der Rekonstruktion dieser Diskussionen zu einem zusammenhängenden, systematischen stoischen Gesamtkonzept verbunden sind und wie ein solches umfassendes Konzept im Einzelnen aussehen würde. Anschließend wird Dr. Sadler – gestützt auf diverse Beispiele aus der Lebenspraxis – darlegen, wie und warum sich Teile dieses Konzepts auch in der heutigen Zeit im Rahmen der stoischen Praxis anwenden lassen.
Zuletzt wird Dr. Sadler mit dem Gastgeber, Dr. Sascha Rother von den Hannover Stoics, und den Teilnehmenden über diese Konzepte sowie über mögliche Gemeinsamkeiten und Unterschiede zu einem praktischen Humanismus diskutieren.
Termin: Samstag, 31.10.2026
Beginn: 17:30 Uhr
Ende: ca. 20:15 Uhr
Anmeldung bis 30.10.2026, per E‑Mail an rother@humanisten.de
oder über Eventbrite: https://www.eventbrite.de/o/33234523493





