Gita Neumann

Gita Neumann

Gita Neumann (*1952) ist Dipl.-Psychologin, Sozialwissenschaftlerin und Philosophin und Mitglied der Akademie für Ethik in der Medizin (AEM, Göttingen). Sie publiziert u.a. zu Patientenautonomie, Religions- und Weltanschauungsfragen, Lebens- und Sterbehilfe.
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Gegensätze überwinden: Plädoyer für Vernetzung und ergebnisoffene Beratung
Mitwirkende Konflikt-Beratung bei strittiger Bewertung von Sterbe(hilfe)wünschen
Beratungsstellen zu persönlichen oder institutionellen Konflikten im Umfeld von Suizidhilfeanliegen können verschiedene Ziele verfolgen. Vor allem bei einer zukünftigen Gesetzgebung wäre auch eine Unterstützung für Ärzt:innen denkbar, die Assistenz zur Selbsttötung leisten. Bei der verfassungsrechtlichen Abwägung zwischen Lebensschutz und Recht auf selbstbestimmtes Sterben sollten alle Beteiligten die eigene Werteauffassung reflektieren und kommunizieren. Die hier zugrunde liegende Haltung der Autorin insbesondere zum verbreiteten Narrativ des „nicht zur Last werden dürfen“ ist getragen von der Hoffnung auf gegenseitige Toleranz, die ein Fundament für das Verständnis anderer Überzeugungen darstellt.
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Gegensätze überwinden: Plädoyer für Vernetzung und ergebnisoffene Beratung
Suizidhilfe bei Autonomie und nationales Präventionsgesetz
Das Bundesverfassungsgerichtsurteil von 2020 zum Recht auf selbstbestimmtes Sterben betont den Autonomiegedanken. Diese liberal-emanzipatorische Auffassung trifft auf gegensätzliche Positionen, die den Lebensschutz als unbedingt vorrangig propagieren. Mit dieser Grundhaltung ist jetzt auch ein Gesetzentwurf zur Suizidprävention vorgelegt worden. Darin sind bisher keine Ansätze vorgesehen, die durch Informations- sowie Gesprächsangebote vor allem rat- und hilfesuchenden Senior:innen mit Suizidgedanken einen Raum für wohlüberlegte Wahlmöglichkeiten bieten.
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Deutschland im Vergleich mit Nachbarländern
Von der niederländischen und schweizerischen Suizidhilferegelung lernen?
In Deutschland bleibt jeder Helfende zu einer Selbsttötung straffrei, sofern bei der suizidwilligen Person (egal ob krank, alt, gesund oder jung) deren Freiverantwortlichkeit vorliegt. Zu deren Feststellung gibt es zwar Kriterien laut Urteil des Bundesverfassungsgerichts aus dem Jahr 2020, aber bisher keine standardisierten gesetzlichen Verfahren. Die Schweiz und die Niederlande gelten als „Pioniere“, in denen Suizid- und Sterbehilfe legalisiert wurde. Sie haben dazu sehr unterschiedliche Regelungsmodelle entwickelt. Diesbezüglich kommt es auch in den anderen Ländern Europas je nach nationaler Mentalität und Geschichte zu erstaunlichen Vielfältigkeit.
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Humanistische Konzeption zu Sterben, Suizidhilfe und Prävention
Gegensätze überwinden: Plädoyer für Vernetzung und ergebnisoffene Beratung
Der Gegensatz insbesondere von Suizidprävention und Hospizbewegung zur verfassungsrechtlich legalen Suizidassistenz galt bisher als unüberwindlich. Die zunehmende Zahl von rat- und hilfesuchenden Menschen, die Wünsche zum „Humanen Sterben“ äußern, gibt jedoch Anlass, unterschiedliche Konzeptionen und Beratungsansätze sinnvoll zu vernetzen.
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Deutsch-Arabische Schule Berlin-Neukölln
Hudhaifa Al-Mashhadani
Strafbefehl wegen erfundenem Mordanschlag
Der mutmaßliche Mordanschlag auf den Neuköllner Schulleiter Hudhaifa Al-Mashhadani löste Ende 2025 große Solidarität aus. Monate später stellt der Fall die damalige Darstellung infrage: Gegen ihn wurde ein Strafbefehl wegen des Verdachts der falschen Verdächtigung erlassen.
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Suizidhilfe
Öffentliche Kontroverse zu Autonomie vs. existenzieller Krise
In einem Gastbeitrag in der FAZ sprechen sich Expert:innen verschiedener Fachrichtungen für eine liberale Regelung der Suizidhilfe aus. Eine überwiegend aus Psychiater:innen bestehende Gruppe widerspricht entschieden. Sie erhebt den Vorwurf: Wer vor allem das verfassungsmäßige Persönlichkeits- und Freiheitsrecht sähe, verkenne die existenziellen Krisen dahinter und die große Gefahr normal werdender Selbsttötungen.
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Einschränkungen der Suizidhilfe
Kirche, Psychiatrie und politisches Rollback
Einschränkungen der Suizidhilfe aufgrund vermeintlicher Pressionen?
In katholischen Einrichtungen ist Suizidassistenz seit Januar 2026 verbindlich untersagt. Bischöfe und Caritas beeinflussen im Bündnis mit der Psychiatrie das angekündigte Gesetzesvorhaben zur Suizidhilfe mit der Forderung nach unbedingt zu bewahrendem Leben: im Sinn eines unverfügbaren „Gottesgeschenks“ ebenso wie eines Schutzes vor innerem Druck oder äußerem Drängen. Damit droht eine Aushöhlung des verfassungsmäßigen Persönlichkeitsrechtes auf selbstbestimmtes Sterben.
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Demonstration in Arnheim, Niederlande, Juni 2024.  – Dr. Philip Nitschke rechts im Bild
Do-it-yourself-Methoden, Vereinsturbulenzen, Geschäftsmodelle
Kollateralschaden durch Abdriften der Sterbehilfebewegung?
Der enorme Bedarf der vor allem älteren Bevölkerung nach neutraler Information und Entscheidungshilfe zum humanen Sterben bleibt weitgehend unbefriedigt. Dementsprechend gibt es immer neue fragwürdige Angebote. Ein Grund dafür ist die beklagenswerte Zurückhaltung bei der Suizidhilfe für ihre Patient*innen durch behandelnde Ärzte und Ärztinnen. Nun droht, dass deren verantwortliche Sonderrolle in einem Gesetzentwurf durch allgemeine Restriktionen – als „Kollateralschaden“ – zusätzlich gefährdet wird.
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Deutsch-Arabische Schule Berlin-Neukölln
Einsatz für Gewaltfreiheit, Vielfalt und Säkularität bedroht
Arabisch-Deutsche Schule: Humanistische Bildung unter Polizeischutz
Zu den Herausforderungen im Berliner Bezirk Neukölln gehören neben kriminellen Banden radikalislamische Koranschulen. Als mutige Hoffnungsträgerin dagegen wirkt die säkulare Arabisch-Deutsche Schule Ibn Khaldun – bis zu dessen Amtsaufgabe unterstützt von Bezirksbürgermeister Hikel. Jetzt ist gegen den Leiter der Schule ein mutmaßlicher Mordanschlag verübt worden. Jahrelange Anfeindungen und Bedrohungen gingen voraus.
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Rechtsanwalt Wolfgang Putz im Gespräch
Wird das Recht auf Suizidhilfe torpediert?
Wie lässt sich freiverantwortliche Suizidhilfe sichern, ohne neue Bevormundung zu schaffen? Rechtsanwalt Wolfgang Putz im Gespräch mit Gita Neumann über juristische Grenzfälle, ethische Risiken und die Notwendigkeit klarer Regeln.
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