Gita Neumann

Gita Neumann

Gita Neumann (*1952) ist Dipl.-Psychologin, Sozialwissenschaftlerin und Philosophin und Mitglied der Akademie für Ethik in der Medizin (AEM, Göttingen). Sie publiziert u.a. zu Patientenautonomie, Religions- und Weltanschauungsfragen, Lebens- und Sterbehilfe.
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Schwangerschaftsabbruch
Chefarzt der Gynäkologie kämpft gegen kirchliches Arbeitsrecht
In Lippstadt (NRW) hat eine Fusion der evangelischen und katholischen Kliniken stattgefunden. Danach sind gemäß bischöflicher Moraldoktrin dort bisher durchgeführte medizinisch indizierte (das heißt nicht rechtswidrige) Schwangerschaftsabbrüche untersagt worden. Anlässlich des aktivistischen Safe Abortion Day (= Tag zur sicheren Abtreibung) am 28. September ist auf einen vernachlässigten Aspekt hinzuweisen, nämlich auf das kirchliche Arbeitsrecht auf gynäkologischen Stationen.
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Gesetzliche Suizidhilferegelung
Ringen um Regelungsbedarf und Haftantritt von Sterbehelfer
Am 10. Juli musste erstmals ein Arzt, der Neurologe Dr. Johann F. Spittler, eine Haftstrafe wegen unzulässiger Suizidhilfe antreten – ein Novum in der deutschen Justizgeschichte. Unabhängig davon bleibt die Frage: Lässt es sich mit dem rechtlichen Status quo in Deutschland gut auskommen? Oder bedarf es gesetzlicher Klarstellungen, die eine neue Gruppeninitiative von Abgeordneten auf den Weg bringen will?
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Suizidalität
Was bedeutet humanistische Suizidprävention?
Suizidalität stellt ein großes gesundheits- und sozialpolitisches wie auch individuelles Problem dar. 2024 wurde eine neue nationale Suizidpräventionsstrategie vorgestellt. Doch bleiben ergebnisoffene Ansätze unberücksichtigt, wenn sie Lebenshilfe nicht im vermeintlich unvereinbaren Gegensatz zu Suizidassistenz sehen. Wird nach letzterer von Hilfesuchenden gefragt, sollte humanistische Beratung über entsprechende Möglichkeiten und Alternativen sachgerecht informieren – eingebettet in Zuwendung, aufmerksames Zuhören und entlastende Gespräche.
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Doctor and patient discussing something while sitting at the table . Medicine and health care concept. Doctor and patient
Stuttgarter Fachgespräch am internationalen Frauentag
Reform von Schwangerschaftsabbrüchen – aber wie weiter?
Am 8. März – nach dem Aus des Gesetzes zur Abschaffung von § 218 StGB – traf in Stuttgart eine engagierte und hoch kompetente Runde zusammen. Vier Expert*innen aus Theorie und Praxis waren ins dortige Humanistische Zentrum gekommen. Sie diskutierten die Perspektive dringender Reformbedarfe sowie auch die traditionell religiösen Hintergründe der seit 1995 geltenden Regelung, die wie eh und je Schwangerschaftsabbrüche im Strafrecht verankert.
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Die öffentliche Anhörung zu Neuregelung von Schwangerschaftsabbrüchen fand im Marie-Elisabeth-Lüders-Haus statt.
Anhörung im Rechtsausschuss zu Schwangerschaftsabbrüchen
Wäre eine Abschaffung von § 218 StGB im neuen Bundestag (un)möglich?
Von Carmen Wegge (SPD) und Ulle Schauws (Grüne) war im November 2024 ein Gruppenantrag für eine Entkriminalisierung in den ersten 12 Schwangerschaftswochen präsentiert worden. Dieser Gesetzentwurf stand am 10. Februar noch auf der Tagesordnung des Rechtsausschusses. Die Debatte dort könnte hilfreich sein für weitere Initiativen im neuen Bundestag – zu einer Abstimmung in den bisherigen kam es nicht mehr.
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Modell für selbstbestimmtes Lebensende
Palliativgarten
In Herne wird es nun erstmalig ein Angebot für Menschen geben, die mit ihrem Wunsch zu sterben allzu oft im Stich gelassen werden: Neben klassischer Palliativbegleitung und fachkundiger Beratung etwa zum „körpereigenen Leidlinderungsprogramm“ durch Endorphine ist auch eine Freitodhilfe nicht länger ausgeschlossen. Unterstützer ist der Arzt, Autor und Fachbuchherausgeber Matthias Thöns.
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Katrin Raczynski (Humanistischer Verband Deutschlands – Bundesverband) am 13. November 2024 auf der Veranstaltung „Frauenrecht und Fötenschutz!“ in Berlin
Gemengelage zum Schwangerschaftsabbruch am Regierungsende
Weg mit dem Makel der Sittenwidrigkeit im § 218 StGB
Parallel zur Veranstaltung „Frauenrecht und Fötenschutz!“ am 13. November in Berlin sowie zu Demonstrationsaufrufen „Abtreibung legalisieren – jetzt“ wurde bekannt, dass ein Gesetzentwurf einer Gruppe von Bundestagsabgeordneten vorliegt. Sie will die Regelungen zum Schwangerschaftsabbruch noch in dieser Legislatur aus dem Strafgesetzbuch herausnehmen und in ein Sondergesetz überführen – gegen angekündigten massiven Widerstand der Union. Dabei steht ihr sehr moderater Gruppenantrag hinter den teils deutlich weitergehenden Reformvorschlägen aus der Zivilgesellschaft zurück. Der Humanistische Verband Deutschlands sieht sich herausgefordert, die zugrundeliegenden Ansätze zu analysieren und zu sortieren.
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Strafrechtsreform der Ampel
Politik: Vom § 218 ist keine Rede mehr!
Die Ampelkoalition kann sich nicht darauf einigen, eine konsensfähige Neuregelung des Schwangerschaftsabbruchs auf den Weg zu bringen. Die Kernpunkte eines von drei Professorinnen vorgelegten Entwurfs entsprechen den ausführlichen Vorschlägen des Humanistischen Verbandes Deutschlands – Bundesverband. Dieser lädt nun zur Sondierungsrunde im Rahmen seiner Veranstaltung am 13. November ein.
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Demonstration in Arnheim, Niederlande, Juni 2024.  – Dr. Philip Nitschke rechts im Bild
Umstrittene Suizid-Dienste mit neuen Mitteln
Humanes Sterben in Eigenregie – aber „vollautonom“?
Ein viel diskutierter Suizidbehälter namens Sarco, der kürzlich in der Schweiz vorgestellt wurde, fand auch in Deutschland Beachtung. Initiator ist Dr. Philip Nitschke (77), Gründer der weltweit tätigen Organisation Exit International. Auch die sogenannte „Letzte-Wille-Pille“, die zeitweilig von einer niederländischen Genossenschaft angeboten und inzwischen zurückgezogen wurde, war von ihm initiiert. Diese Genossenschaft für über 70-Jährige hat sich eng vernetzt mit anderen Organisationen (für Senioren sowie deren Kinder und Angehörige). Als gemeinsames Ziel gilt, ein Lebensende mit individuell würdig gestaltetem Tod zu ermöglichen, durch jeweils unterschiedliche Ansätze. Eine ergebnisoffene Beratung mit „offenem Ohr“ ist zentral eingebunden – vielleicht ein humanistisches Zukunftsmodell?
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Paragraf 218 StGB
Zu kurz gesprungen? SPD-Positionierung zu Schwangerschaftsabbruch mit Fetenschutz
Die SPD-Bundestagsfraktion setzt sich in einem am 25. Juni veröffentlichten Positionspapier für eine Entkriminalisierung von Schwangerschaftsabbrüchen ein. Gleichwohl soll es laut SPD weiterhin „klare gesetzliche Voraussetzungen“ geben, die mit einem „Schutzkonzept für das ungeborene Leben“ auszutarieren wären. Doch (wie) kann das funktionieren?
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