Vegan Camp Out

Auftanken in gelebter Vielfalt und Teilhabe

| von

Beitragsbild: Franziska Ramin

Ein Festival als Ort für Begegnung, Vielfalt und Erholung: Das Vegan Camp Out in England brachte Tausende Menschen zusammen und zeigte, wie eine inklusive Gemeinschaft aussehen kann, in der Verantwortung für Mensch, Tier und Natur zusammengehört.

Zum Abschluss der Som­mer­fe­ri­en hat ein ganz beson­de­res Fes­ti­val im Wales­by Forest in Eng­land Tau­sen­de Men­schen begeis­tert. Es ließ ein­drück­lich erle­ben, wie kraft­voll und lebens­froh sich Tage ech­ter Begeg­nung, des von­ein­an­der Ler­nens und gemein­sa­men Fei­erns anfüh­len kön­nen. Men­schen mit unter­schied­lichs­ten Lebens­rea­li­tä­ten konn­ten hier gemein­sam visio­nie­ren, tan­zen, sin­gen und aus­ru­hen, getra­gen von einer Kul­tur des Respekts, des Mit­ge­fühls und der Ver­ant­wor­tung für Mensch, Tier und Natur.

Als Heil­päd­ago­gin, Huma­nis­ti­sche Lebens­kun­de­leh­re­rin und Dozen­tin für Umwelt­ethik & BNE wün­sche ich mir schon lan­ge, dass Teil­ha­be und Zukunfts­kom­pe­ten­zen nicht nur dis­ku­tiert, son­dern prak­tisch gestal­tet wer­den.

Que­e­re Men­schen, BPoC (Black and Peo­p­le of Color), Men­schen mit unter­schied­li­chen Behin­de­run­gen, viel­fäl­ti­ge Fami­li­en, älte­re und allein­rei­sen­de Per­so­nen sowie Men­schen mit ver­schie­de­nen Unter­stüt­zungs­be­dar­fen fühl­ten sich wäh­rend der Fes­ti­val­ta­ge weder an den Rand gedrängt noch ledig­lich „sicht­bar gemacht“, son­dern selbst­ver­ständ­lich mit­ten­drin. Zugangs­teams, Dol­met­schung in Bri­tish Sign Lan­guage (BSL), Ange­bo­te für gehör­lo­se Men­schen, Begeg­nungs­räu­me, ein Fami­ly Space und viel­fäl­ti­ge Ansprech­per­so­nen mach­ten Teil­ha­be kon­kret.

Auch kul­tu­rell war die Viel­falt groß: Poet­ry, Come­dy, Dis­co, Reg­gae, Tanz, Karao­ke und Chor, dazu Bewe­gungs­an­ge­bo­te von Yoga bis Skate­boar­ding. Ergänzt wur­de das Pro­gramm durch inter­na­tio­na­le vega­ne Küche, Bil­dungs­an­ge­bo­te und Stän­de zu Bio­di­ver­si­tät, Umwelt- und Tier­ethik, Ernäh­rung und gesell­schaft­li­chem Wan­del. Auf den Büh­nen stan­den zahl­rei­che hoch­ka­rä­ti­ge Per­sön­lich­kei­ten, dar­un­ter der Poli­ti­ker Zack Pol­an­ski von der Green Par­ty, die Come­di­an Dia­ne Mor­gan und der Sän­ger Macka B. Vie­le wei­te­re Künst­lerinnen, Akti­vistinnen und Expertinnen waren Teil des groß­ar­ti­gen Pro­gramms.

Die Ver­an­stal­ter beto­nen, dass das Vegan Camp Out von Men­schen mit Behin­de­run­gen und mus­li­mi­schem Hin­ter­grund gegrün­det und gelei­tet wur­de. Ihr Enga­ge­ment für Men­schen­rech­te reicht dabei weit über den Vega­nis­mus hin­aus. Ihr Ziel ist es, freud­vol­le und inklu­si­ve Räu­me zu schaf­fen und eine Gemein­schaft zu fei­ern, die Acht­sam­keit und Für­sor­ge gegen­über allen emp­fin­dungs­fä­hi­gen Lebe­we­sen als Teil ihres Han­delns ver­steht.

Auch wenn Teil­ha­be außer­halb eines sol­chen bewusst gestal­te­ten Rah­mens im All­tag noch längst nicht selbst­ver­ständ­lich ist, schenkt ein Fes­ti­val wie die­ses Men­schen, die sich mit star­kem per­sön­li­chem Enga­ge­ment für eine gerech­te­re und viel­fäl­ti­ge­re Gesell­schaft ein­set­zen, Raum zum Fei­ern, Aus­tau­schen und Auf­tan­ken. Wer eine sol­che Atmo­sphä­re selbst erle­ben möch­te, kann mit Zug und Fäh­re anrei­sen. Für 2027 gibt es bereits Tickets.

Inhalt teilen

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert

Meistgelesen

Ähnliche Beiträge

joshua-hoehne-QUu-lBJFziI-unsplash
Humanistische Konzeption zu Sterben, Suizidhilfe und Prävention
Gegensätze überwinden: Plädoyer für Vernetzung und ergebnisoffene Beratung
Der Gegensatz insbesondere von Suizidprävention und Hospizbewegung zur verfassungsrechtlich legalen Suizidassistenz galt bisher als unüberwindlich. Die zunehmende Zahl von rat- und hilfesuchenden Menschen, die Wünsche zum „Humanen Sterben“ äußern, gibt jedoch Anlass, unterschiedliche Konzeptionen und Beratungsansätze sinnvoll zu vernetzen.
Beitrag lesen »
luis-diego-hernandez-zD_MlPGAWUQ-unsplash
Zwischen Freidenkerbewegung und Humanismus
Die „Humanistische Wende“
Was ist die „Humanistische Wende“ und ist sie bis heute abgeschlossen? Horst Groschopp blickt auf drei zusammenhängende Prozesse: die Abkehr der Freidenker von der Arbeiterbewegung, die Entstehung des Humanistischen Verbandes Deutschlands und dessen Weg zum Bekenntnis zu einer weltanschaulich humanistischen Lebensauffassung..
Beitrag lesen »
Kathrin Herrmann vor einem Kunstwerk von Hartmut Kiewert
Die ehemalige Berliner Tierschutzbeauftragte Dr. Kathrin Herrmann im Gespräch
„Tiere brauchen eine unabhängige Stimme in der Politik!“
Ann-Marie Orf vom Fachausschuss Tierethik des Humanistischen Verbandes Deutschlands hat mit Kathrin Herrmann über Tierschutz, Wissenschaft und politische Verantwortung gesprochen – und über ein humanistisches Verständnis von Verantwortung angesichts der engen Verbundenheit zwischen Menschen, anderen Tieren und Ökosystemen.
Beitrag lesen »
Nach oben scrollen