Zum Abschluss der Sommerferien hat ein ganz besonderes Festival im Walesby Forest in England Tausende Menschen begeistert. Es ließ eindrücklich erleben, wie kraftvoll und lebensfroh sich Tage echter Begegnung, des voneinander Lernens und gemeinsamen Feierns anfühlen können. Menschen mit unterschiedlichsten Lebensrealitäten konnten hier gemeinsam visionieren, tanzen, singen und ausruhen, getragen von einer Kultur des Respekts, des Mitgefühls und der Verantwortung für Mensch, Tier und Natur.
Als Heilpädagogin, Humanistische Lebenskundelehrerin und Dozentin für Umweltethik & BNE wünsche ich mir schon lange, dass Teilhabe und Zukunftskompetenzen nicht nur diskutiert, sondern praktisch gestaltet werden.
Queere Menschen, BPoC (Black and People of Color), Menschen mit unterschiedlichen Behinderungen, vielfältige Familien, ältere und alleinreisende Personen sowie Menschen mit verschiedenen Unterstützungsbedarfen fühlten sich während der Festivaltage weder an den Rand gedrängt noch lediglich „sichtbar gemacht“, sondern selbstverständlich mittendrin. Zugangsteams, Dolmetschung in British Sign Language (BSL), Angebote für gehörlose Menschen, Begegnungsräume, ein Family Space und vielfältige Ansprechpersonen machten Teilhabe konkret.
Auch kulturell war die Vielfalt groß: Poetry, Comedy, Disco, Reggae, Tanz, Karaoke und Chor, dazu Bewegungsangebote von Yoga bis Skateboarding. Ergänzt wurde das Programm durch internationale vegane Küche, Bildungsangebote und Stände zu Biodiversität, Umwelt- und Tierethik, Ernährung und gesellschaftlichem Wandel. Auf den Bühnen standen zahlreiche hochkarätige Persönlichkeiten, darunter der Politiker Zack Polanski von der Green Party, die Comedian Diane Morgan und der Sänger Macka B. Viele weitere Künstlerinnen, Aktivistinnen und Expertinnen waren Teil des großartigen Programms.
Die Veranstalter betonen, dass das Vegan Camp Out von Menschen mit Behinderungen und muslimischem Hintergrund gegründet und geleitet wurde. Ihr Engagement für Menschenrechte reicht dabei weit über den Veganismus hinaus. Ihr Ziel ist es, freudvolle und inklusive Räume zu schaffen und eine Gemeinschaft zu feiern, die Achtsamkeit und Fürsorge gegenüber allen empfindungsfähigen Lebewesen als Teil ihres Handelns versteht.
Auch wenn Teilhabe außerhalb eines solchen bewusst gestalteten Rahmens im Alltag noch längst nicht selbstverständlich ist, schenkt ein Festival wie dieses Menschen, die sich mit starkem persönlichem Engagement für eine gerechtere und vielfältigere Gesellschaft einsetzen, Raum zum Feiern, Austauschen und Auftanken. Wer eine solche Atmosphäre selbst erleben möchte, kann mit Zug und Fähre anreisen. Für 2027 gibt es bereits Tickets.













