Fanny Wright (6. September 1795 – 13. Dezember 1852)

Eine rebellische Philosophin im Garten Epikurs

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Foto: privat
Vor 230 Jahren, am 6. September 1795, wurde Frances „Fanny“ Wright geboren. Sie war Philosophin, Abenteurerin, Publizistin, Frühsozialistin und eine der unerschrockensten Frauenrechtlerinnen ihrer Zeit. Vor rund 200 Jahren trat sie als erste Frau in den USA vor ein gemischtes Publikum und sprach offen über Gleichberechtigung, Sexualität und selbstbestimmte Liebe.

Fan­ny Wright, eigentl. Fran­ces Wright (* 6. Sep­tem­ber 1795 in Dundee, Schott­land – 13. Dezem­ber 1852 in Cin­cin­na­ti, Ohio, USA), war eine zu ihrer Zeit bekann­te Sozi­al­re­for­me­rin und eine der frü­hes­ten und uner­schro­ckens­ten Frau­en­recht­le­rin­nen. Die glän­zen­de Red­ne­rin und Jour­na­lis­tin wuchs in Groß­bri­tan­ni­en auf und ver­brach­te ihr Erwach­se­nen­le­ben über­wie­gend in den USA, wo sie unter ande­rem die Skla­ve­rei bekämpf­te. Sie war Aben­teu­re­rin, Publi­zis­tin, Red­ne­rin, Frei­den­ke­rin, Femi­nis­tin, Aboli­tio­nis­tin, Früh­so­zia­lis­tin und Sozi­al­re­for­me­rin, epi­ku­rei­sche Phi­lo­so­phin, radi­ka­le Auf­klä­re­rin, Kämp­fe­rin für freie Sexua­li­tät und Eman­zi­pa­ti­on. Vor rund 200 Jah­ren war sie die ers­te Frau in den USA, die in einer öffent­li­chen Ver­an­stal­tung vor einem gemisch­ten Publi­kum sprach, auch als Frei­den­ke­rin und Reli­gi­ons­kri­ti­ke­rin, die zudem elo­quent von sexu­el­ler Lei­den­schaft sprach – und davon nicht als von „sün­di­ger Schan­de“. Sie kämpf­te für Gebur­ten­kon­trol­le, Recht auf Schei­dung und Eigen­tums­rech­te für Frau­en. Ihre Vor­trä­ge zogen Tau­sen­de an. Von bös­ar­ti­gen bigot­ten Geg­nern wur­de sie „The Red Har­lot of Liber­ty“ („Die rote Hure der Frei­heit“) genannt, nur weil sie es wag­te, als Frau öffent­li­che Reden zu hal­ten, einen Hosen­an­zug trug und für das Recht der Frau­en auf selbst­be­stimm­te Lie­be ein­trat.

Als eine gebil­de­te und rebel­li­sche Phi­lo­so­phin zeig­te sie sich bereits in ihrem Früh­werk A Few Days in Athens („Eini­ge Tage in Athen“, Lon­don 1822, New York 1825), in der sie die anti­ken Hetä­ren als klu­ge Phi­lo­so­phin­nen reha­bi­li­tier­te. Sie sah sich selbst viel­leicht als eine moder­ne „rote Hetä­re der Frei­heit“. Die­se phi­lo­so­phi­sche Erzäh­lung, die ihre Vor­bil­der, den Phi­lo­so­phen Epi­kur mit sei­nen Anhän­gern – und beson­ders den Hetä­ren dar­un­ter – sehr anschau­lich in sei­nem phi­lo­so­phi­schen Gar­ten Kēpos in Athen wan­deln sieht und spre­chen hört, war ein Lehr­stück, wel­ches die Phi­lo­so­phie Epi­kurs ver­an­schau­lich­te und ver­tei­dig­te. Zusam­men mit zwei ihrer auf­klä­re­ri­schen Vor­trä­ge „Popu­lar Lec­tures” über Reli­gi­on und Moral wur­den die­se 2025 erst­mals in deut­scher Spra­che in einer Werk­aus­ga­be ver­öf­fent­licht, zusam­men mit einer Dar­stel­lung von Leben und Werk Fan­ny Wrights.

Lite­ra­tur:
Hei­ner Jes­tra­bek (Hrsg.): Fan­ny Wright (1795–1852), rebel­li­sche Phi­lo­so­phin, rote Hetä­re der Frei­heit im Gar­ten Epi­kurs. Ver­lag frei­heits­baum, edi­ti­on Spi­no­za. Reut­lin­gen-Hei­den­heim. ISBN 978–3‑922589–81‑5. 1. Auf­la­ge 2025, 210 S., illus­tr., 16 €

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