In Erinnerung an Andreas Henschel

Er gehörte zu unseren Besten

Andreas Henschel

Beitragsbild: Lydia Skrabania

Am 31. Oktober 2021 ist unser Freund, Kollege und Mitstreiter Andreas Henschel mit 65 Jahren nach schwerer Krankheit verstorben. Über 20 Jahre lang war er Geschäftsführer der Humanisten Baden-Württemberg K.d.ö.R, mehrere Jahre Vorstand des HVD Bundesverbandes. Wir verlieren mit ihm einen leidenschaftlichen Streiter für eine lebenswertere humane Welt. Ein Nachruf seines langjährigen Freundes Manfred Isemeyer.

Wer – wie ich – das Glück hat­te, mit ihm über Jahr­zehn­te hin freund­schaft­lich ver­bun­den zu sein, der erin­nert sich ger­ne an ihn als Ver­trau­ten, Kol­le­gen, als Huma­nis­ten. Sein Tod hin­ter­lässt eine Lücke. Als Trost wird oft gesagt: „Die Zeit heilt alle Wun­den.“ So ganz stimmt das nicht. Man­che Wun­den hei­len nicht, sie ver­nar­ben nur, und der Schmerz bleibt. Ich wer­de ihn ver­mis­sen.

Andre­as Hen­schel tat und beweg­te etwas. In Sit­zun­gen unse­rer Orga­ni­sa­tio­nen, in gemein­sa­men Pro­jek­ten, auf Tagun­gen wuss­te ich sei­ne Fach­kun­dig­keit, sein siche­res Ent­schei­den und sein pro­fes­sio­nel­les Han­deln zu schät­zen, glei­cher­ma­ßen sei­ne freund­li­che und hilfs­be­rei­te Wesens­art. Sicher, er ver­schloss nicht sei­ne Augen vor den dunk­len Sei­ten der Mensch­heit. Gera­de des­we­gen war er ein hei­te­rer, lebens­lus­ti­ger Opti­mist, der nach­denk­li­che Fra­ge­zei­chen setz­te, schein­bar Grund­sätz­li­ches hin­ter­frag­te, auf letz­te Genau­ig­keit und Wahr­haf­tig­keit bestand. Über Into­le­ranz, Dog­ma­tis­mus, Bor­niert­heit und Gewalt­tä­tig­keit konn­te er ver­zwei­feln. Hin­ter sei­nem Enga­ge­ment stand der eine Wunsch: den Huma­nis­mus als eine dog­men- und reli­gi­ons­freie, offe­ne Welt­an­schau­ung und leben­di­ge Kul­tur­be­we­gung zu eta­blie­ren.

Er und ich hät­ten ein­an­der noch viel zu sagen gehabt, wie immer, wenn wir zusam­men waren. „Wir müs­sen noch unbe­dingt eine Run­de Golf gemein­sam spie­len“, sag­te er bei unse­rem letz­ten Tref­fen in Ber­lin. Auf sein plötz­li­ches Ende war ich nicht vor­be­rei­tet.

In Erin­ne­rung an Andre­as Hen­schel kön­nen wir trau­ern, weil er nicht mehr unter uns ist. Oder wir kön­nen lächeln, weil er gelebt hat. Oder wir öff­nen die Augen, um das all das zu sehen, was er uns hin­ter­las­sen hat.

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