Kommentar

Zuhören!

| von

Beitragsbild: Franco Antonio Giovanella/unsplash

Ein Kommentar von Christian Lührs

Das letz­te Mal, dass ich ein Ohr als Teil der Welt­ge­schich­te wahr­ge­nom­men habe, war bei Niki Lau­da. Damals war es ein Zei­chen männ­li­cher Risi­ko­be­reit­schaft, über die Udo Lin­den­berg so tref­fend sang: „Bremst er zu spät, ist alles fini­to, bremst er zu früh, hat er das Ren­nen ver­lo­ren, knallt er gegen die Balus­tra­de, hat er ange­brann­te Ohren.“ Da schwingt im Namen sei­nes Prot­ago­nis­ten Riki Mas­o­ra­ti auch ein wenig von der Selbst­kas­tei­ung mit, die auch das ande­re berühm­te Ohr, näm­lich das von Vin­cent van Gogh, kenn­zeich­ne­te. Ganz ande­re Fäl­le von berühm­ten Ohren sind die von Mozart oder Beet­ho­ven, jeweils mit umge­kehr­ten Vor­zei­chen. Und das bringt uns dem eigent­lich wich­ti­gen The­ma näher: Wozu sind Ohren eigent­lich da? Ganz sicher zum Hören, beson­ders bei Men­schen eig­nen sie sich aber auch zum Zuhö­ren.

Viel­leicht soll­te sich der ame­ri­ka­ni­sche Prä­si­dent­schafts­kan­di­dat (und nicht nur er) durch das blu­ti­ge Ohr genau dar­an noch ein­mal erin­nert füh­len: Zuhö­ren!

In die­sem Sin­ne wün­sche ich Ihnen einen wun­der­ba­ren Som­mer mit inter­es­san­ten Begeg­nun­gen und offe­nen Ohren!

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