Zum Internationalen Frauentag

Jin, Jîyan, Azadî – Solidarität und Unterstützung für die mutigen Frauen im Iran

| von
Anlässlich des Internationalen Frauentags ruft der Humanistische Verband Deutschlands dazu auf, den Kampf der mutigen Frauen im Iran gegen Diskriminierung, Gewalt und Unterdrückung tatkräftig und entschieden zu unterstützen. Um dem wütenden Mullah-Regime in Teheran die Gewährung selbst einfachster Menschenrechte abzutrotzen, müssen wir – und muss auch unsere Regierung – die Anstrengungen deutlich erhöhen.

Seit dem Tod von Jina Mah­sa Ami­ni im Sep­tem­ber 2022 rei­ßen die Rufe „Jin, Jîyan, Azadî“ – „Frau­en, Leben, Frei­heit“ – im Iran nicht ab. Unter hoher Gefahr für Leib und Leben gehen Men­schen im gan­zen Land, ange­führt zumeist von Frau­en und Mäd­chen, auf die Stra­ße und for­dern das Ende der Isla­mi­schen Repu­blik und ein gleich­be­rech­tig­tes Leben im Iran. Sie kämp­fen gegen die patri­ar­cha­li­sche Unter­drü­ckung, die der Frau nur die Hälf­te des Wer­tes eines Man­nes zuer­kennt, gegen die isla­mi­sche Unter­drü­ckung, die Zwangs­ver­schleie­rung und die Gewalt gegen Frau­en in der Scha­ria.

„Frau­en gel­ten nicht als gleich­wer­ti­ge Sub­jek­te, son­dern wer­den auf Objek­te mit Repro­duk­ti­ons­funk­ti­on redu­ziert. Das sexua­li­sier­te Frau­en­bild fun­giert im Iran als poli­ti­sches Macht­mit­tel. Sexu­el­le Gewalt und Ver­ge­wal­ti­gun­gen gel­ten als ange­mes­se­ne Stra­fe“, erklärt Chris­ti­ne Zun­ke, HVD-Bun­des­be­auf­trag­te für Frau­en* und Diver­si­ty. „Doch vie­le Män­ner im Iran soli­da­ri­sie­ren sich mit den muti­gen Pro­tes­ten der Frau­en, denn ihnen ist klar: Der Grad der Frei­heit der Frau bestimmt den Grad der Frei­heit aller!“

Der bedeu­ten­de Kampf gegen Unter­drü­ckung und für ele­men­ta­re Grund­rech­te im Iran hat inzwi­schen das gesam­te Land erfasst und einen Groß­teil der Zivil­ge­sell­schaft, unab­hän­gig von Alter, Eth­nie oder Geschlecht. „Die­se beein­dru­cken­de Bewe­gung ver­dient unse­re tat­kräf­ti­ge und ent­schie­de­ne Unter­stüt­zung“, so Kat­rin Rac­zyn­ski, Vor­stands­mit­glied des Huma­nis­ti­scher Ver­band Deutsch­lands – Bun­des­ver­ban­des. „Die bis­he­ri­gen Akti­vi­tä­ten der demo­kra­ti­schen Staa­ten rei­chen hier nicht aus – auch nicht die unse­rer Bun­des­re­gie­rung, die sich eine femi­nis­ti­sche Außen­po­li­tik auf die Fah­nen geschrie­ben hat: Eine Neu­aus­rich­tung der deut­schen Iran­po­li­tik, die die Ein­hal­tung von Frau­en- und Men­schen­rech­ten in den Fokus nimmt, ist über­fäl­lig. Vor allem braucht es eine star­ke Stim­me, die Druck auf die ira­ni­sche Regie­rung aus­übt, um die Ein­hal­tung der Men­schen­rech­te zu errei­chen.“

Zusam­men mit dem Cen­ter for Human Rights in Iran for­dert der Huma­nis­ti­sche Ver­band Deutsch­lands (HVD) von der ira­ni­schen Regie­rung:

  • Been­den Sie die Inhaf­tie­rung und Gewalt gegen Frau­en, die grund­le­gen­de Rech­te und Frei­hei­ten im Iran ein­for­dern!
  • Been­den Sie die kör­per­li­che und sexu­el­le Gewalt gegen inhaf­tier­te Frau­en und Demons­trie­ren­de!
  • Been­den Sie alle Hin­rich­tun­gen von poli­ti­schen Gefan­ge­nen und heben Sie alle Todes­ur­tei­le gegen Demons­trie­ren­de auf!

Die Bun­des­re­gie­rung muss den Ver­ant­wort­li­chen im Iran deut­lich machen, dass für die per­ma­nen­te Ver­let­zung der Men­schen­rech­te auch per­sön­li­che Rechen­schaft ver­langt wird. Und sie muss die bekann­ten Ver­ant­wort­li­chen schon heu­te bestra­fen, wo dies mög­lich ist. Dazu hat die UN-Men­schen­rechts­kom­mis­si­on bereits im Herbst ver­gan­ge­nen Jah­res beschlos­sen, die Men­schen­rechts­ver­let­zun­gen im Iran zu doku­men­tie­ren.

Frau­en­rech­te sind Men­schen­rech­te – „Frau­en, Leben, Frei­heit!“

Inhalt teilen

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert

Meistgelesen

Ähnliche Beiträge

christian-lue-ufT-gnygiq4-unsplash
Bericht vom Säkularen Forum Hamburg e.V.
Kann Künstliche Intelligenz den Staat retten? Eine Debatte zwischen Hoffnung und Dystopie
Wie verändern Internet, soziale Medien und Künstliche Intelligenz das Verhältnis von Staat und demokratischer Willensbildung? Diese Frage stand im Zentrum eines hybriden Gesprächsabends des Säkularen Forum am 8.9.2026 im betahaus in Hamburg, zu dem der Sozialethiker Prof. Dr. Hartmut Kreß als Hauptreferent eingeladen war. Sein Vortrag über die „heutige Staatsfunktionskrise“ und mögliche KI-Nutzungspfade entfachte eine lebhafte, streitbare Diskussion – von Platons Philosophenkönigen bis zur Frage, ob wir künftig auf Bargeld verzichten müssten.
Beitrag lesen »
deny-hill-kJ3hXboN-ns-unsplash
Die Wahlen in Sachsen-Anhalt
Nach der Anhaltiner Zäsur: Wie weiter mit den Reformen?
Der Erdrutschsieg der AfD in Sachsen-Anhalt war für viele keine Überraschung. Die als tief unsozial empfundene Reformpolitik der Bundesregierung und die erfolgreiche Besetzung der sozialen Frage waren ebenso entscheidend wie identitäre "Ostalgie", ein Gemeinschaftsgefühl und die starke Präsenz der AfD in den ländlichen Gebieten. Johannes Schwill analysiert die Hintergründe in seiner politischen Kolumne.
Beitrag lesen »
Wenn niemand mehr da ist
Die menschliche Seite funktionierener Systeme
Wenn niemand mehr da ist
Ein ausgefallener Zug und eine plötzlich weggefallene ergotherapeutische Versorgung führen zu einer grundsätzlichen Frage: Was passiert, wenn die Menschen verschwinden, die Probleme auffangen können, Orientierung geben und Lösungen ermöglichen?
Beitrag lesen »
Nach oben scrollen